Falsche Versprechungen:

"Ich bin nicht der Depp der Nation"

Eine Seniorenresidenz im Prenzlauer Ortsteil Alexanderhof - dieser Traum scheint  ausgeträumt. Selbst Ortsvorsteher Bernd Rissmann realisiert mittlerweile, dass die vermeintlichen Investoren nicht ehrlich gewesen sind. Denn das Gutshaus ist immer noch Ruine.

Bernd Rissmann will die Schmach nicht auf seinem Dorf sitzen lassen.
Claudia Marsal Bernd Rissmann will die Schmach nicht auf seinem Dorf sitzen lassen.

„Na, was ist denn aus eurem tollen Bauprojekt geworden?“ - Bernd Rissmann weiß nicht, wie oft man ihn das in den letzten Monaten gefragt hat. „An die hundert Mal bestimmt“, sagt der Ortsvorsteher von Alexanderhof betreten.

Keine Frage, die Sache ist ihm peinlich, denn eben so oft hat er mit „Nichts“ antworten müssen. Dabei sah die Sache für ihn noch im Juli sehr vielversprechend aus. Da war eine Dame aus Berlin mit der Information an ihn herangetreten, dass sie das verfallene Gutshaus ersteigert hat. „Es war von einer fünfstelligen Kaufsumme die Rede und von der Absicht, dass hier 9,5 Millionen Euro zu investieren.“Nicht nur der Bürgermeister, sondern auch der gesamte Ortsbeirat war schier aus dem Häuschen. Schließlich hatte das Objekt seit der Wende ein unrühmliches Dasein gefristet. Es verfiel zusehends, ohne dass man vor Ort hätte einschreiten können. Die Eigentumsverhältnisse ließen keine kommunalen Entscheidungen zu. „Kann man uns verdenken, dass wir den Versprechungen der eigens für das Gebäude gegründeten Projektgesellschaft Glauben schenkten?“, fragt Rissmann rückbetrachtend. Sicher habe er sich damals auch gewundert, woher das viele Geld denn kommen sollte. „Aber die Frau machte uns glauben, dass sie eine reiche Investorin ist, die Mittel in der Rückhand hat“, gesteht er beschämt ein. Doch schon kurz nach den ersten Treffen und Presseberichten über das Vorhaben Seniorenresidenz war die Dame nicht mehr zu erreichen. Die Firma war nicht registriert, die Adresse nur ein Postfach. „Und trotzdem bin ich nicht der Depp der Nation“, wehrt sich der Ortsvorsteher gegen die Häme, die ihm danach entgegen schlug. „Ich bin als ganz normaler Bürger davon ausgegangen, dass doch niemand einen fünfstelligen Kaufbetrag investiert, wenn er keine Bauabsicht hat. Das war wohl falsch.“ Weil die jetzige Besitzerin aber nicht einmal mehr ihrer Sicherungspflicht nachkommt, soll nun geprüft werden, ob nicht wenigstens diesbezüglich gegen sie vorgegangen werden kann.

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