:

Im Gegensatz vereint

VonLeonie MielkeYin und Yang gehörenzum Leben dazu. Landschaftsarchitekt Hagen Roßmann zeigt, wie sich die beiden Pole in einem Garten der LAGA wiederfinden ...

Bauleiter Hagen Roßmann zeigt die Blätter des japanischen Ahorns. Im Herbst werden sie sich blutrot färben.  FOTO: Leonie Mielke

VonLeonie Mielke

Yin und Yang gehören
zum Leben dazu. Landschaftsarchitekt Hagen Roßmann zeigt, wie sich die beiden Pole in einem Garten der LAGA wiederfinden lassen.

Prenzlau.Knapp war es. Einen Tag vor der Eröffnung der LAGA war die eine Hälfte des Themengartens „Kontraste und Gegensätze“ noch von Schnee bedeckt. Zu viele Baumkronen hielten die wärmende Sonne fern. Die Kakteen, Yuccas und Agaven, die bereits auf der einen Seite des Themengartens zwischen rötlichen Lavasteinen wuchsen, standen einem großen Schneehaufen gegenüber. „Es hatte eine gewisse Ironie“, erinnert sich Bauleiter Hagen Roßmann, der den Garten zusammen mit der Firma Grüner Flor GmbH Schwedt gestaltete. Er hatte geplant, in dem Garten Yin und Yang zu demonstrieren und nun lag ein Schneehaufen gegenüber der wüstenartigen Landschaft. Natürlich konnte der Garten nicht in diesem Zustand präsentiert werden. „In größter Eile haben wir den Schnee weggeschippt“, erzählt Hagen Roßmann.
Inzwischen entwickelt sich der Themengarten wie geplant. Gegenüber von den Kakteen und Agaven streckt eine Herzblattlilie ihre markanten und großen Blätter in die Höhe. Bambus, japanischer Ahorn, Purpurglöckchen und ein geflügelter Spindelstrauch wachsen quer durcheinander. „Hinter dem Garten steckt die Idee eines absolut extremen Kontrastes“, erklärt Hagen Roßmann.
Auf der einen Seite wachsen die perfekt angepassten und rudimentären Kakteen und Agaven. Durch ausgeklügelte Mechanismen, wie zum Beispiel Verdunstungsschutz, können sie sich gegen die Unbilden der Natur wehren. Auf der anderen Seite blühen und wuchern Sträucher, Stauden und Gräser. Sie bedecken zwar sehr schnell jeden Quadratzentimeter Boden, sind aber sehr abhängig vom Klima. Außerdem, schwärmt Hagen Roßmann, gefalle ihm der Gedanke, wie kontrastreich sich die Pflanzen dem Lauf des Jahres
anpassen. Die Kakteen und Agaven sind in ihrem Wuchs sehr konstant, bei einigen
bilden sich im Laufe des Jahres einzelne Blüten heraus. Ansonsten verändern sie sich in ihrem Aussehen nicht stark.
Der Wuchs der Grünpflanzen hingegen explodiert im Frühjahr, während des Sommers treiben sie großartige Blüten aus und im Herbst färben sie sich von safrangelb bis blutrot. In der kalten Jahreszeit werden sie kahl, verwandeln sich bei Schnee und Eisregen aber zu bizarren Gebilden. Zu einem der bizarrsten Gebilde verwandelt sich der japanische Ahorn, erklärt Hagen Roßmann. Seine Äste werden Korkleisten genannt, weil die Rinde vom Ast absteht wie kleine Flügel. Lagert sich Raureif auf den Ästen, werden sie wunderschön. „Der Garten ist ein faszinierender Gegensatz“, freut sich Hagen Roßmann. Verstärkt wird der Kontrast durch den Mittelteil des Gartens, in dem das Yin und Yang Symbol zwischen warmem Holzboden und kühlen Steinen liegt, die eine verfremdete Form des Yin- und Yang-Symbols einnehmen.

Kontakt zum Autor
l.mielke@nordkurier.de