Sanierung in der Friedrichstraße:

In historische Post zieht wieder Leben ein

Die Baugenehmigung ist da, die Sanierung des 1953 errichteten, denkmalgeschützten ehemaligen Postgebäudes kann beginnen. Zukünftig wird hier die stadteigene Wohnbau GmbH ihren Firmensitz haben.

Die frühere Schalterhalle im Postgebäude mit dem jetzt wieder frei gelegten Wandbild von 1953.
Oliver Spitza Die frühere Schalterhalle im Postgebäude mit dem jetzt wieder frei gelegten Wandbild von 1953.

Aus der Deutschen Post der DDR wurde mit der Wende die Bundespost der BRD, die 1995 privatisiert wurde. 2009 zog die Post in ein Geschäft in der Friedrichstraße um, 2013 gab die Post dann endgültig die Nutzung des Gebäudes auf. Von einem luxemburgischen Finanzinvestor kaufte die Wohnbau das Gebäude zurück.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Nicht so sehr aus architektonischer Sicht, denn es handelt sich um einen typischen Postbau in der DDR der 1950er Jahre, der in vielen Städten steht. „Sondern es war einer der ersten Neubauten nach dem Krieg in der Prenzlauer Innenstadt und ist daher von hohem geschichtlichen Wert“, sagt Olaf Beckert. Der 55-jährige Architekt kam 1984 nach Prenzlau, gründete 1990 ein eigenes Architekturbüro und ist seitdem vorrangig auf Denkmalschutz spezialisiert. Sein Büro war federführend an der Sanierung des Dominikanerklosters, der Stadtmauer, der Heiliggeist- und Georgskapelle, der Stadtwerke, des Waschauses oder der Blumenhalle beteiligt.

Mit dem Postgebäude beschäftigt er sich schon viele Monate. Nun ist die Baugenehmigung da. „Am Montag hatten wir Submission des ersten Loses gehabt.“ Los geht es mit Abdichtungsarbeiten. Die Keller müssen frei geschachtet werden, „die Außenwände sind klitschnass“. Spätestens bis Jahresende soll das Leistungsverzeichnis fertig sein, im Januar 2014 wird ausgeschrieben, im März der Baustart erfolgen. Und noch 2014 sollen Sanierung und Umbau abgeschlossen sein. Denkmalschutz heißt für den Architekten, so viel wie möglich zu erhalten: Türen, Kassettendecken, Treppengeländer, Terrazzobelege in den Treppenhäusern. Und natürlich auch das berühmte Wandbild in der ehemaligen Schalterhalle.

1953 wurde es von den beiden Künstlern Günter Wend aus Senftenberg und Hubert Globisch aus Potsdam gemalt. Auf einem Paket auf dem Bild haben sie sich verewigt. Und noch ein dritter Künstler hat dort seinen Namen hinterlassen: Andreas Kranzpiller aus Fürstenwerder. 1979 hatte er das blasse Bild „ein bisschen nachgemalt und aufgehübscht“, wie er gestern am Telefon sagte. Allerdings verwendete er Leimfarben, die sich nun lösen, so dass das Wandbild noch restauratorisch überarbeitet werden muss.

Zu den Auflagen der Denkmalschützer gehört auch die Forderung, die vier großen Buchstaben POST wieder über der Eingangstür anzubringen. „Da wird es noch ein Gespräch geben, denn sonst kommt ja jeder mit seinem Paket oder Brief in die Halle und legt sie dem verblüfften Wohnbau-Mitarbeiter auf den Tisch.“

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