Handel mit Nazi-Orden :

Jetzt drohen bis zu vier Jahre Haft

Seit Donnerstag steht ein Mann vor dem Amtsgericht in Prenzlau, der über Jahre NS-Symbole produziert und verkauft haben soll. Zeugen berichteten, was der Mann alles getan haben soll. 

Der Angeklagte Udo W. auf dem Weg ins Gericht.
Thomas Walther Der Angeklagte Udo W. auf dem Weg ins Gericht.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin wirft einem 44-Jährigen aus dem Boitzenburger Land vor, über Jahre in großem Stil Symbole aus der Zeit des Nationalsozialismus gehandelt haben. Darunter Koppelschlösser, Orden und Ehrendolche, alle versehen mit dem Hakenkreuz oder anderen Symbolen verbotener Organisationen wie der Nazi-Elite-Einheit, der Waffen-SS. Insgesamt soll Udo W. 517 Interessenten in Deutschland und im Ausland mit Devotionalien versorgt haben.

Lange Zeit verschleierte er seine eigene Identität. Wie Zeugen schilderten, benutze er Namen und tatsächliche Accounts von Bekannten und Fremden. Einer der Accounts hieß nach Angaben weiterer Zeugen "janw...@yahoo.de". Hier benutze er offensichtlich die Identität seines Bruders, eines AfD-Mitgliedes. Gegenüber dem Uckermark Kurier erklärte dieser, er habe bis vor Kurzem davon nichts gewusst. Er distanziere sich von den Geschäften seines Bruders.

Gegenstände im Ausland hergestellt

Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft soll Udo W. in einer Firma in Polen Duplikate der NS-Devotionalien herstellen lassen haben. Die Firma soll mittlerwiele von Behörden geschlossen worden sein. Dennoch soll Udo W. sein Geschäft nach wie vor betreiben. Bereits vor Jahren solle er sich nach Produktionsmöglichkeiten in der Ukraine und Weißrussland umgesehen haben. Udo W. drohen jetzt nach Angaben des Gerichts zwei bis vier Jahre Haft.

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