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Jubiläumsfahrt startet in Cottbus

„03 2155 zieht drei Reko-Reisezugwagen der ,Lederklasse‘.“ Damit lockt ein Plakat des Pasewalker Lokschuppen-Vereins Fans der stählernen Rösser am 4. ...

Konrad Trester (Mitte), der Großvater von Hartmut Trester, war Rottenmeister der Gleisbauer in Nechlin. Über 60 Jahre hatte er bei der Bahn gearbeitet und es bis zum Hauptsekretär gebracht.

„03 2155 zieht drei Reko-Reisezugwagen der ,Lederklasse‘.“ Damit lockt ein Plakat des Pasewalker Lokschuppen-Vereins Fans der stählernen Rösser am 4. und 5. Mai nach Vorpommern.
150 Jahre, nachdem die Strecke Stettin-Pasewalk in Betrieb ging, fährt ein Sonderzug mit der Dampflok 03 2155 von Cottbus über Berlin und Nechlin bis Pasewalk. Das lassen sich passionierte Eisenbahner wie Hartmut Trester nicht entgehen. Für Nechliner hat er schon 14 Karten der Zugfahrt am 5. Mai geordert. Der 62-Jährige lebt seit seiner Geburt direkt neben der Strecke Berlin-Stralsund und begann seinen Berufsweg bei der Bahn. Zwar ging er den Weg seines Großvaters, der es bis zum Reichsbahn-Hauptsekretär brachte, nicht bis zuletzt. Das Schicksal führte den Berufskraftfahrer zum Beispiel in die Ukraine zur „Druschba“-Trasse. Doch mit dem Herzen blieb er immer Eisenbahner. So rief er 2007 im Dorf das Bahnhofsfest ins Leben. Lebhaft erinnert er sich an das pralle Leben auf „seinem“ Bahnhof mit den vier Gleisen, Güterboden, Expressgutschuppen und Laderampe. Waggonweise wurden Zuckerrüben und Kartoffeln verladen. Selbst Schnaps aus der Brennerei im Dorf ging über die Laderampe, auch die Post betrieb einen Umschlagplatz. Auf halber Strecke zwischen Berlin und Stralsund war der Bahnhof für die Dörfer rundum wichtiger Anlaufpunkt.
Doch schon zu DDR-Zeiten wurde begonnen, die Güter per Lkw zu transportieren, bedauert Trester. So begann ein schleichender Niedergang. Nach der Wende wurden die beiden Gleise für den Güterverkehr zurückgebaut, vor 15Jahren das Bahnhofsgebäude verkauft. „Doch für uns ist der Bahnhof immer noch Lebensquell“, verweist er zum Beispiel auf jene, die von hier aus zur Arbeit, zum Studium oder zur Ausbildung fahren.
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