30 Pappeln abgeholzt:

Kahlschlag am Seeweg erregt Gemüter

Grit Bürgow traute ihren Augen nicht, als sie um den Grünower See spazieren wollte. Stämme versperrten ihren Weg. Die Landschaftsarchitektin hegt Zweifel an der Notwendigkeit der Fällung.

Grit Bürgow ist entsetzt. Vor Kurzem wurden 20 bis 30 Bäume am Grünower See gefällt.
Carsten Korfmacher Grit Bürgow ist entsetzt. Vor Kurzem wurden 20 bis 30 Bäume am Grünower See gefällt.

"Das kann doch nicht wahr sein", sagt Grit Bürgow entsetzt. Die Landschaftsarchitektin ist wütend und traurig zugleich: An der Westseite des Grünower Sees hat die Gemeinde etwa 30 Pappeln fällen lassen. Die Fläche ist nun kahl, die Stämme versperren den Rundweg um den See. "Die Gemeinde heißt doch Grünow, nicht Kahlow", schimpft die gebürtige Berlinerin.

"Der Schnitt war in der Tat rigoros", gibt Torsten Blohm, Mitarbeiter in der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Uckermark, zu. Doch er sei notwendig gewesen, da die alten Bäume einen hohen Totholzanteil aufwiesen und damit eine Gefahr für Spaziergänger darstellten. Die Alternative wäre gewesen, die Fällung schrittweise in den nächsten Jahren vorzunehmen. Nun sei es aber möglich, an dieser Stelle eine Streuobstwiese entstehen zu lassen. "Der Plan ist, eben jene Bäume zu pflanzen, die früher an uckermärkischen Alleen standen, nämlich Äpfel, Birnen und Pflaumen", erklärt Blohm.

In dieser Woche soll der Seeweg freigeräumt werden, informiert Jürgen Schirmer von der Gemeindevertretung. Mitarbeiter der Templiner Firma Stabenow & Partner werden diese Aufgabe übernehmen.

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