Drastische Entscheidung:

Klopapier gibt’s nur noch im Schulsekretariat

Seit Monaten benehmen sich am Scherpf-Gymnasium einige auf dem Örtchen daneben. Ab sofort müssen alle drunter leiden. Denn die Schulleitung greift zu einer rigiden Maßnahme.

Unmengen von Klopapier landen am Prenzlauer Gymnasium offenbar in den Toilettenbecken.
Martin Gerten Unmengen von Klopapier landen am Prenzlauer Gymnasium offenbar in den Toilettenbecken.

Ab Montag müssen sich die Schüler des Städtischen Gymnasiums in Prenzlau für den Toilettengang Papier und Papierhandtücher im Sekretariat abholen. Wer nicht selbst vorsorgt, muss für die Pause den zusätzlichen Bittgang einplanen. Schulleiterin Jutta Jankow hat jetzt zum in ihren Augen letzten Mittel gegriffen, um einen seit Langem herrschenden unhaltbaren Zustand Einhalt zu gebieten.

"Es ist so peinlich, dass ich so etwas erklären muss. Doch einige wenige Schüler verfügen offensichtlich nicht über das Verständnis für richtiges Verhalten in gemeinschaftlichen Sanitäranlagen", beklagt sie. "Seit Monaten wird auf den Toiletten in Größenordnungen Papier 'vernichtet': Es wird ins Klobecken gestopft oder es werden mit den Papierhandtüchern Wasserschlachten veranstaltet." Appelle, sich wie Gymnasiasten zu benehmen, wirkten nicht. Die Übeltäter bleiben bislang unerkannt. Nun müssen alle in den sauren Apfel beißen: "Das ist eines Gymnasiums nicht würdig", hofft sie auf ein Einsehen.

Unbefriedigender Zustand

Durch die Uneinsichtigen wird der unbefriedigende Zustand der Sanitäranlagen noch verschärft. Für rund 550 Schüler gebe es zu wenig Toiletten gibt, schildert die Schulleiterin. Zwar bemühe sich die Schule um die Ausstattung, schaffte jüngst für 500 Euro neue Toilettenbrillen an. Doch gerade bei den Jungs-WC seien die hygienischen Bedingungen grenzwertig. Bei der in Aussicht stehenden Schulsanierung sollen auch die Sanitäranlagen modernisiert werden.

Beim Schulträger löst die Klopapier-Zuteilung Erstaunen aus. Die Entscheidung obliege der Schulleiterin, bestätigt Prenzlaus Bürgermeister. Doch Hendrik Sommer findet es bedenklich, dass gerade an einem Gymnasium zu solch drastischen Maßnahmen gegriffen werden muss.

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Kommentare (1)

Finde die Entscheidung der Schulleiterin Frau Jankow,mutig und richtig. Den Schülern,die ein Gymnasium besuchen,sollte man doch schon ein gewisses Maß an Pflichtbewusstsein unterstellen. Hier ist aber auch die elterliche Erziehung gefragt,die anscheinend bei manchen Eltern, auf der Strecke geblieben ist. Ich mag mir nicht ausmalen,wenn diese jungen Leute einmal eine Führungsposition einnehmen. Kann mich nur der Schulleitung anschließen,dass dieses Verhalten einem Gymnasium abträglich ist und den Ruf der Bildungseinrichtung schadet.