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Klosterbesucher gehen auf Zeitreise

Die Prenzlauer Museologinnen gewährten den Gästen einen besonderen Einblick in das dunkle und stille Leben der Mönche. Dabei bot sich ihnen eine seltene Gelegenheit.

Eine seltene Gelegenheit bot sich den Uckermärkern bei der Laternenführung durch das Dominikanerkloster. Sie durften auf den Dachstuhl.
Sebastian Klaus Eine seltene Gelegenheit bot sich den Uckermärkern bei der Laternenführung durch das Dominikanerkloster. Sie durften auf den Dachstuhl.

Still war das Klosterleben der Mönche im Mittelalter: Geschwätzigkeit war keine Tugend, denn nur in der Ruhe war die Kraft Gottes deutlich spürbar. Auch war es dunkel. Elektrisches Licht gab es schließlich nicht, und die wenigen Kerzen benötigten die Mönche vor allem zur Lektüre der heiligen Schriften. Bei der „Nacht im Kloster“, die am Sonnabend zu später Stunde im Rahmen des Tages des offenen Denkmals im Prenzlauer Dominikanerkloster stattfand, begaben sich die zahlreichen Gäste auf eine Zeitreise und fühlten sich in den von Laternenschein nur spärlich erhellten Klostermauern tatsächlich unversehens ins Mittelalter versetzt.

Die Museologinnen Cäcilia Genschow und Dr. Kathrin Frey führten die Besucher durch das Gemäuer und erklärten ihnen, wie der Alltag eines Mönches im Mittelalter ausgesehen haben muss. Ein Höhepunkt der Tour folgte dann ein paar Stockwerke höher: auf dem Dachstuhl. „Im Mittelalter hatte man die Balken in Gülle gelegt, um vor Holzwürmern zu schützen“, erklärte Cäcilia Genschow den Besuchern, die sich freuten, dass heute von der Prozedur nichts mehr zu riechen war.

Nach einer Stärkung in Form einer deftigen Brotzeit im Klosterkeller ging es  zum Abschluss der Laternenführung für die Besucher in die benachbarte Kirche St. Nikolai zum Mitternachtskonzert „Kathedralklänge“. Kreiskantor Hannes Ludwig an der Orgel und Gertrud Ohse an der Viola da Gamba spielten Musik aus der Epoche der Spät- und Neogotik.