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Kraftfahrerprotest gegen „Abzocke“

35 Euro Strafe, auch Jutta Schröder hat dieser Tage in den sauren Apfel gebissen und ihr Knöllchen bezahlt. „Aber ganz ehrlich: Ich finde die Höhe ...

Dieser Parkplatz ist ab sofort komplett „reserviert“.

35 Euro Strafe, auch Jutta Schröder hat dieser Tage in den sauren Apfel gebissen und ihr Knöllchen bezahlt. „Aber ganz ehrlich: Ich finde die Höhe unerhört“, machte die 77-Jährige ihrem Ärger Luft. Auch sie hatte in gewohnter Weise vor ihrem Augenarztbesuch den vor der Praxis liegenden Platz in der Grabowstraße angesteuert und dabei nicht beachtet, dass dort seit Neuestem nur noch Schwerbehinderte stehen dürfen. „Ich bin fast aus den Latschen gekippt, als ich bei meiner Rückkehr feststellen musste, dass an allen Autos Strafzettel hängen“, ließ die Lützlowerin bezugnehmend auf den Beitrag vom Dienstag wissen: „Ich finde es unsinnig, unter der Woche so viel Parkfläche zu blockieren. Am Wochenende, wenn auf der LAGA viel Betrieb ist, ließe ich mir das ja noch gefallen. Dann kommen vielleicht 28 Autos von Schwerbehinderten zusammen. Doch die Regel ist das gewiss nicht.“

So sieht das auch Petra Reichelt. Unsere Leserin hat öfter in dieser Straße zu tun, weil ihr Enkel hier zur Schule geht. „Und dabei beobachte ich jetzt, dass der Platz von montags bis donnerstags fast immer leer ist.“ Ähnlich argumentierte Dirk Hamann am Lesertelefon. Der Anwohner der Karl-Marx-Straße sieht als Grundübel für das Parkdilemma in diesem Bereich aber noch etwas ganz anderes an: „Wir beobachten jeden Tag aufs Neue, dass sich alle freien Parkplätze allmorgendlich füllen, wenn die Mitarbeiter der Kreisverwaltung anfangen. Wenn diese einsichtig wären und die Tiefgarage ihrer Behörde nutzen würden, die ja eigens für sie für viel Geld errichtet worden ist, dann fänden hier auch Leute von auswärts am Tag mal eine freie Stelle.“

Waltraud Felix merkte zum Thema Behindertenparkplätze noch an, dass man bei der Stadt für 15 Euro eine vierteljährliche Ausnahmegenehmigung erwerben könne. Das habe sie getan, nachdem ihr ebenfalls ein Knöllchen zugegangen war, weil sie vergessen hatte, den Ausweis ins Auto zu legen.