"Törtel" auf Abwegen:

Kriechender Panzer verblüfft Bundeswehr

Auf dem Gelände der Uckermark Kaserne stolpert ein Mitarbeiter fast über einen Panzer. Dieser bewegt sich nur ganz langsam, denn darunter versteckt sich eine Vierzehenschildkröte.

Diese Vierzehenschildkröte wurde gut gepanzert auf dem Gelände der Uckermark Kaserne aufgegriffen.
TSV Prenzlau Diese Vierzehenschildkröte wurde gut gepanzert auf dem Gelände der Uckermark Kaserne aufgegriffen.

 „Bisher hat sich niemand gemeldet, der eine Schildkröte vermisst“, erklärte Frauke Förster, Vorsitzende des Tierschutzvereins (TSV). Es muss nicht sein, dass der Besitzer sein Tier ausgesetzt hat. Sie könnte auch weggelaufen sein. „Sie sind schneller als man denkt. Haben sich die kaltblütigen Tiere erst einmal in der Sonne aufgewärmt, marschieren sie urplötzlich mit unerwarteter Geschwindigkeit los“, erläutert Förster. Doch komisch ist es schon, meint die erfahrende TSV-Chefin, das keiner im Tierheim anrief.

Die Schildkröte gehört zu den nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen besonders geschützten Tierarten. „Wer weiß, wo der Besitzer das Tier erworben hat“, mutmaßt sie.Das Schildkrötenmännchen, inzwischen mit dem Kosenamen "Törtel" versehen,  könnte natürlich aus einer Nachzucht stammen – allerdings würde der Besitzer dann für die auch als Russische Landschildkröte oder Steppenschildkröte genanntes Tier entsprechende Dokumente besitzen und es beim Landesumweltamt angemeldet haben.„Die Tiere werden schwarz gehandelt, unter anderem in Polen“, weiß Frauke Förster zu berichten. „Jeder, der darüber nachdenkt, eine Schildkröte zu erwerben oder sich vielleicht auch Törtel, der schon ein paar Jahre auf dem Panzer hat, annehmen möchte, sollte sich das Ganze genau überlegen. „Die Vierzehenschildkröte möchte nicht im Terrarium leben, sondern braucht viel Platz“, so Förster.Wer die Schildkröte vermisst und die auf sie ausgestellten Papiere vorlegen kann, möge sich umgehend im Prenzlauer Tierheim melden.

Telefon: 03984 8348615