Gezerre um Stadtmodell:

Künstler lässt Termin Nr. 2 platzen

Im Prenzlauer Rathaus ist man sauer: Über ein Jahr, nachdem ein 30 000 Euro teures Tastmodell für Blinde in Auftrag gegeben wurde, ist der Sockel dafür immer noch leer. Die Einweihungszeremonie muss abermals abgesagt werden.

Der Sockel ist da, das Kunstwerk nicht.
Claudia Marsal Der Sockel ist da, das Kunstwerk nicht.

Kurz vor Beginn des Prenzlauer Stadtfestes steht fest, dass einer der wichtigen Programmpunkte platzen wird. Der Künstler, der im Auftrag des Lions Clubs ein bronzenes Tast-Stadt-Modell von Prenzlau erschaffen sollte, kann den Übergabetermin zum zweiten Mal in Folge nicht halten. Lions Club-Chef Dr. Eckhard Blohm bestätigte auf Nachfrage, dass es nicht zur feierlichen Einweihung kommen wird. Man habe, so Blohm, per Fax die Information erhalten, dass sich die Arbeiten weiter verzögern werden: „Wir sind maßlos enttäuscht, dass der Künstler sein Versprechen, das er beim Neujahrsempfang dem Bürgermeister gegeben hat, nicht hält. Ursprünglich wollten wir das 30 000 Euro teure Objekt ja schon Weihnachten 2014 der Öffentlichkeit übergeben.“

Die nötigen Vorarbeiten sind längst abgeleistet. Der Sockel für das Kunstwerk steht vis a vis der Stadtinformation. Was fehlt ist nur noch das in Bronze gegossene „Prenzlau aus der Vogelperspektive“.  Künstler Egbert Broerken bedauert die Verzögerung sehr, wie er sagt. Doch es seien bei der Umsetzung viele widrige Umstände zusammengekommen, warb er um Verständnis. Der Mann aus Westfalen, der über 120 bronzene Tastmodelle schon weltweit an vielen Orten aufgestellt hat, beruft sich auf technische Probleme. Doch all diese Schwierigkeiten seien nun überwunden, beschwichtigte er. Auf einen neuen Termin festlegen lassen wollte er sich aber nicht. In der Stadt munkelt man nun, dass es wohl nichts vor Weihnachten 2015 wird.