Verlust nimmt glückliche Wende:

Langzeitarbeitsloser gibt gefundene Geldbörse zurück

Muss man überlegen, ob man ein gefundenes Portemonnaie behält? Wilfried Papke nicht. Der 59-Jährige aus Göritz bewies, dass die Entscheidung ganz einfach ist.

Jutta Surau ist überglücklich, dass Wilfried Papke ihr Portemonnaie gefunden und zurückgegeben hat.
Claudia Marsal Jutta Surau ist überglücklich, dass Wilfried Papke ihr Portemonnaie gefunden und zurückgegeben hat.

Es ist noch gar nicht so lange her, da büßte Jutta Surau bei einem Diebstahl ihre Kreditkarte ein. Noch ehe die 61-Jährige eine Sperrung veranlassen konnte, verprasste der Dieb im Baumarkt 400 Euro. Auf dem Schaden blieb sie sitzen.

Die Prenzlauerin befürchtete daher das Schlimmste, als ihr jetzt zum zweiten Mal die Geldbörse abhanden kam. Diesmal konnte sie ihre Karte zwar sperren, aber das Bargeld war weg. "Ich hatte gerade 125 Euro für den Urlaub abgeholt." Aber die Sache nahm ein glückliches Ende.

Wie sich herausstellte, war die Geldbörse nicht gestohlen worden, sondern auf den Gehweg gefallen. Und dort fand sie ein ehrlicher Mensch. Wilfried Papke zögerte nicht einen Moment und gab das Portemonnaie zurück.

Weil der 59-Jährige bei ihr daheim niemanden antraf, brachte er es zur Polizei.  Jutta Surau brach erleichtert in Tränen aus. Als sie sich beim Finder persönlich bedankte, war sie noch gerührter. Es stellte sich nämlich heraus, dass Wilfried Papke das Geld gut hätte gebrauchen können. Er ist seit 1999 arbeitslos und wegen eines Wirbelsäulenleidens gehandicapt. Doch er kam nicht auf die Idee, es einzustecken.

"Nie im Leben hätte ich das behalten. So etwas macht man nicht", erklärte der gelernte Elektriker.

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