Kleine Gemeinde muss bluten:

Letztes Dorf-Freibad macht dicht

41 Jahre lang war in Klockow Badespaß garantiert. Die Bewohner konnten hier im gekachelten Becken nach Herzenslust planschen. Doch 2015 dürfte die letzte Saison gewesen sein. Es ist kein Geld mehr dafür da.

Der Sprungturm war vor allem bei den Jüngsten sehr beliebt.
Monika Strehlow Der Sprungturm war vor allem bei den Jüngsten sehr beliebt.

Siegfried Jahns ist seit über zehn Jahren Gemeindevertreter. Er hat sich immer für die Attraktivität der Dörfer stark gemacht. Dass er 2016 Entscheidungen treffen muss, die das gesellschaftliche Leben fast zum Erliegen bringen werden, wurmt den 74-Jährigen sehr. Doch die Gemeindevertretung von Schönfeld wird das Ende von Freibad und Turnhalle in Klockow besiegeln. „Wir sind hoffnungslos in den Miesen“, klärt Siegfried Jahns auf. Aktuell seien 240 000 Euro im Haushalt nicht gedeckelt.

„Wir müssen jetzt alles, was nicht Pflichtaufgabe ist, streichen.“ 40 000 Euro soll die Schließung bringen. „Das tut mir in der Seele weh. 41 Jahre ist es uns gelungen, die Anlage zu erhalten.“ Doch das letzte Freiluftbad der Region wird nicht mehr zu retten sein. „Es ist eine Schande“, schimpft der Gemeindevertreter: „Wir helfen mit Milliardenkrediten anderen Ländern, nur für uns selbst bleibt nichts mehr übrig." In die Misere gebracht hat die Gemeinde der kommunale Wohnungsbestand. Es sind 158 Wohnungen zu bewirtschaften, und auf denen liegen 2,9 Millionen Euro Alt- und Sanierungskredite. „Was bleibt sind Resignation, Ohnmacht und Wut“, beschreibt Jahns die Gefühlslage in seiner 600-Seelen-Heimatgemeinde.

Weiterführende Links

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung

Kommentare (4)

Ich wurde 1983 nach Klockow „strafversetzt“, weil ich in meiner ersten Berufsschule nicht ins sozialistische Klassenkollektiv passte … Zuerst hatte ich ja ein bisschen Bammel, aber letztlich stellte sich heraus dass dies eher eine Belobigung war, statt einer Strafe. Ich habe das Dorf, die Einwohner, die Lehrer und Erzieher dort in sehr guter Erinnerung behalten. Hier ging es lockerer zu als anderswo. Kein Vergleich mit meiner ersten Berufsschule, die schon leicht Gefängnisartige Zustände hatte. Man ging normal arbeiten oder halt zur Berufsschule und konnte sich in Klockow einfach wohlfühlen, was letztlich wohl auch mein guter Lehrabschluss zeigte. Besonders die Arbeit im Schafstall machte echt riesen Spaß. Man wurde dort vollwertig behandelt, wie die „richtigen“ Arbeiter. Als ich im zweiten Lehrjahr das Angebot bekam, wieder an meine ehemalige BBS zurückkehren zu dürfen, wehrte ich mich mit „Händen und Füßen“ und durfte tatsächlich dort bleiben. Lieber bin ich die 30 km mit dem Moped meines Bruders gefahren, was gerade im Winter nicht gerade lustig war. Aber egal, das nahm ich dafür gern in Kauf. Das Internat lag bzw. liegt gleich neben dem Schwimmbad, dieses war seinerzeit wohl schon eine ganze Weile unbenutzt und in einem etwas unordentlichen Zustand. Wir Lehrlinge fragten an, ob wir es denn nicht aufräumen könnten, denn wo bekam man schon eine solche Gelegenheit zum baden… Wir bekamen die Erlaubnis und es halfen auch viele mit. Die LPG stellte kostenlos einen Traktor mit Anhänger zur Verfügung, das waren noch Zeiten „:-)“. Eine kleine Sensation war das anschließende Befüllen, es dauerte – glaube ich zumindest – ganze drei Tage, bis es voll war. Das Wasser durfte nur nachts laufen, weil tagsüber der Wasserverbrauch sonst zu hoch gewesen wäre. Vielleicht hat ja noch jemand Fotos aus der Zeit, für einen kleinen Rückblick in die Vergangenheit? Als ich vor einer Weile einmal in Klockow gewesen bin war ich echt begeistert, dass es das Schwimmbad immer noch gab. Schade, dass es jetzt schließen muss. Ich drücke die Daumen, dass es doch vielleicht noch eine Chance dafür gibt. Viele herzliche Grüße nach Klockow!

es lebe frau merkels marktwirtschaft! lieber das geld im ausland versenken, als was fürs gemeine volk tun....

Ihr Beitrag ist mit "Marktwirtschaft" betitelt. Was würden Sie tun, wenn Sie bestimmen könnten? Ihre geliebten Steuergelder an mit ausnahmslos gemeinem Volk bewohnten Gemeinden verschenken? Was glauben Sie wieviel Gemeinden in Deutschland bei Ihnen vor der Tür stehen werden und Sie entscheiden müssen, wer das dafür vorgesehene Geld erhalten soll? Wie sieht Ihr bevorzugtes Wirtschafts- und Steuersystem aus? Bildung, Kultur, Sport sind Bereiche bei denen nicht direkt monetärer Gewinn erzielt werden. Also grundsätzlich immer und in allen Wirtschaftsmodellen (auch im realen Sozialismus) mathematisch ein Verlust.

Immer noch besser als im Ausland versenken!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! PS. Sie wollen gar nicht wissen was andere tun, wenn Sie bestimmen könnten..........................