Appell an die Menschen:

Mahnende Worte zum Volkstrauertag

Frieden und Freiheit sind kein Gut, das selbstverständlich ist. Das war der Tenor bei der Gedenkveranstaltung der Uckermark.

Karina Dörk und Kreistagschef Wolfgang Seyfried auf dem Angermünder Friedhof einen Kranz nieder.
Christina Schmidt Karina Dörk und Kreistagschef Wolfgang Seyfried auf dem Angermünder Friedhof einen Kranz nieder.

Rund 30 Menschen gedachten am Sonntag auf dem Angermünder Friedhof der Opfer von Krieg und Gewalt. Dort fand die zentrale Gedenkveranstaltung des Landkreises Uckermark statt. Die Uckermärker versammelten vor dem Kriegsdenkmal mit der Inschrift „Ihr Tod soll uns Verpflichtung sein“.

Karina Dörk, Erste Beigeordnete des Kreises, erinnerte nicht nur an die 65 Millionen Menschen, die in den beiden Weltkriegen zu Opfern wurden. 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten und 75 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges müsse man ohnmächtig erkennen, dass die Menschheit offenbar nicht friedlich und in Eintracht miteinander leben könne. Ukraine-Krise, Syrien-Konflikt, kriegerische Auseinandersetzungen in Afghanistan zeigten deutlich, dass bis in die Gegenwart hinein Menschen unter Gewalt und Terrorismus leiden, um ihr Überleben kämpfen, aus ihrer Heimat in eine ungewisse Zukunft flüchten müssen. „Die Toten mahnen uns, nicht nachzulassen in unserem Einsatz für Frieden, Freiheit und gegen Gewalt. Jeder Einzelne trägt dafür Verantwortung“, appellierte Dörk an die Wachsamkeit der Bevölkerung.

Persönliche Schicksale

Auch Angermündes Stadtoberhaupt Wolfgang Krakow rief dazu auf, aus der Geschichte zu lernen und sich für Frieden und Freiheit einzusetzen. Die Zahlen der Millionen Toten seien abstrakt, aber „keine Zahl kann das persönliche Schicksal beschreiben.“ Als Beispiel nannte er Walter Nölte, der 1945 gemeinsam mit Otto Miers Angermünde an die Sowjets übergeben und damit dessen Zerstörung verhindert hatte.