Begrüßungsgeld für Eltern:

Mehr Babys, bitte!

In Nechlin erhalten Eltern 100 Euro als Geste dafür, dass sie in der Region bleiben und für Nachwuchs sorgen. Das wird in Wilsikow seit Jahren erfolgreich so gehandhabt. Wäre das nicht eine Idee, die überall in der Uckermark funktionieren könnte?

Auf dem Arm von Mama Anne Urbellis greift Eva neugierig nach dem Umschlag vom Ortsbeirat.
Monika Strehlow Auf dem Arm von Mama Anne Urbellis greift Eva neugierig nach dem Umschlag vom Ortsbeirat.

Allen pessimistischen Voraussagen zum Trotz, die Uckermark würde in wenigen Jahren nur noch von betagten Leuten bewohnt, sind in Städten wie Dörfern immer wieder junge Leute mit Kinderwagen zu sehen. In Nechlin trugen jüngst Anne Urbellis und Carsten Rehberg dazu bei. Vor fast vier Jahren zog das Paar aus Pasewalk in die Uckermark. Und seit sieben Monaten macht Töchterchen Eva die kleine Familie komplett.

Ortsvorsteher Hartmut Trester und Andreas Krieser vom Ortsbeirat hatten die Idee, jedes neugeborene Baby von Nechlin mit einem Begrüßungsgeld willkommen zu heißen. "Vielleicht kommen doch noch mehr junge Leute ins Dorf und bleiben auch", hofft Trester.

"Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht"

Auch wenn 100 Euro, wie sie die kleine Eva bekam, schnell aufgebraucht sind, schätzt er die Symbolkraft einer solchen Begrüßung. Im Juli hoffen die Nechliner auf die beiden nächsten Babys im Dorf. Auch für sie wird der Ortsbeirat das Begrüßungsgeld ausgeben.

Im benachbarten Wilsickow gibt es das Begrüßungsgeld seit 2009. Seitdem wurden 13 Wilsickower geboren, die mit einem persönlichen Besuch des Ortsbeirates und 50 Euro willkommen geheißen werden. "Damit haben wir nur gute Erfahrungen gemacht", versichert Ortsvorsteher Henri Wernicke.