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Milchhof wirbt um Landwirte

Die Uckermärker Milch GmbH investiert noch bis Anfang des kommenden Jahres rund 1,75 Millionen Euro in den Produktionsprozess. Jetzt startete eine neue Abfüllanlage für Buttermilch. Werkleiter Thorsten Lucht gibt Auskünfte in diesem Interview.

In den Standort des Prenzlauer Milchhofes wird kräftig investiert.
Monika Strehlow In den Standort des Prenzlauer Milchhofes wird kräftig investiert.

Landwirte klagen seit dem Wegfall der Milchquote über einen historisch niedrigen Milchpreis je Liter. Wie steht der Prenzlauer Milchhof dazu?

Auch wir haben mit den widrigen Marktverhältnissen zu tun. Trotzdem handeln wir nach dem Grundsatz, gemeinsam mit den regionalen Produzenten zu arbeiten.

Anfang des Jahres kündigten Sie an, mit den Landwirten der Region enger zusammenarbeiten zu wollen. Wie ist der Stand?

Wir haben seit Langem einen Landwirt aus der Region unter Vertrag. Das reicht uns nicht. Wir möchten mit viel mehr Landwirten vor der eigenen Haustür kooperieren. Das stößt auch auf Gegenliebe. Die Aussichten auf weitere Partner aus der Uckermark und den Randgebieten stehen gut.

Warum diese Anstrengung?

Ich denke, das liegt auf der Hand. Einerseits werden so die Wege des Rohstoffes Milch bis zur Verarbeitung kürzer. Zum anderen helfen wir, Arbeitsplätze in den uckermärkischen Land- und Molkereiwirtschaft zu erhalten.

Mit dem Einstieg der beiden Gesellschafter Ostmilch Handels GmbH und der Schweizer Nahrungsmittelunternehmen Hochdorf AG in die Uckermärker Milch GmbH Anfang des Jahres war klar, dass sich die Firma neu aufstellt. Was ist bisher passiert?

Wir befinden uns auf gutem Kurs. Dazu gehört, dass wir bis zum Frühjahr 2016 insgesamt 1,75 Millionen Euro in die Produktion von Butter- und Steuerungstechnik investieren. So geht in der Butterei gerade eine neue Palettieranlage für verschiedene Produkte in Betrieb. Damit können wir Butter- und Biobutter-Packungen von 250 Gramm bis 25 Kilogramm-Blöcke automatisch auf Paletten packen. Außerdem wird mit Buttermilch ein neues Produkt das Prenzlauer Werk verlassen. Am 25. November erst ging eine neue Abfüllstrecke in Betrieb, die pro Stunde bis zu 3600 Halb-Liter-Becher füllt. Im Sommer folgt eine noch größere Maschine für bis zu 9000 Becher je Stunde.

Wie weit gediehen sind die Vorbereitungen der Produktion von Baby-Nahrung, die die Hochdorf AG als neues Standbein für den Prenzlauer Milchhof ankündigte?

Es bleibt dabei, dass Babynahrung hier in Prenzlau produziert wird. Das Projektteam arbeitet mit Hochdruck an den Umsetzungsplänen, die in absehbarer Zeit entschieden werden.

Neue Produkte und Aufgaben benötigen eine kompetente Mannschaft. Wie gehen Sie mit dem allgemein beklagten Fachkräftemangel um?

Fachkräftemangel stellt auch uns vor Herausforderungen. Etliche Mitarbeiter gehen in absehbarer Zeit in Ruhestand, zudem werden neue Arbeitsplätze entstehen. In den Bereichen Molkerei und Technik suchen wir neue Kräfte. Natürlich bilden wir auch Nachwuchs aus. Zurzeit durchlaufen elf Auszubildende aus drei Lehrjahren unsere Firma.

Und wir werben weiter um junge Menschen, die Milchtechnologe oder milchwirtschaftlicher Laborant werden wollen. So stellten wir uns an vielen Schulen sowie auf der Schwedter SAM und der Prenzlauer „vocatium“ vor. Mit Erfolg, wie die bisher vier Zusagen für das neue Lehrjahr zeigen. Es dürfen gern noch mehr Bewerber werden.