Rüstige Seniorin macht es vor:

Mit Bescheidenheit zum 100. Geburtstag

Lieselotte Lange hat nie geraucht, trinkt keinen Alkohol und ist zufrieden mit dem, was sie hat. Ihr gesunder Lebenswandel macht sich bezahlt: Die rüstige Prenzlauerin nullt zum zehnten Mal, ist fit wie eh und je und liebt Kreuzworträtsel über alles.

Eigene Kinder waren Lieselotte Lange zwar nicht vergönnt, doch sie erfreut sich sehr an der Familie ihres Bruders, die sich rührend um die betagte Seniorin kümmert. Im Bild: Großneffe Andreas Hirschfelder, seine Freundin Ricarda Drews und der kleine Sam.
Ivonne Hackbarth Eigene Kinder waren Lieselotte Lange zwar nicht vergönnt, doch sie erfreut sich sehr an der Familie ihres Bruders, die sich rührend um die betagte Seniorin kümmert. Im Bild: Großneffe Andreas Hirschfelder, seine Freundin Ricarda Drews und der kleine Sam.

Auch wenn Liselotte Lange normalerweise keinen Alkohol trinkt, am zweiten Weihnachtsfeiertag machte sie eine kleine Ausnahme und genehmigte sich ein Gläschen Sekt. Und sie hatte auch einen sehr guten Grund dazu: Die Prenzlauerin feierte nämlich ihren 100. Geburtstag. „Ich kann es gar nicht fassen, dass ich es geschafft habe“, freute sich die rüstige Seniorin, ein so begnadetes Alter erreicht und sich von ihrem Schlaganfall bestens erholt zu haben. „Das haben die Schwestern wieder gut hingbekommen“, lachte die Jubilarin verschmitzt, als sie – frisch frisiert und hübsch gemacht – auf die Gratulanten wartete. Sie fühle sich sehr wohl in der Gemeinschaft ihres neuen Zuhauses beim Pflegedienst „Sonnenengel“ in der Badestraße. Außerdem kümmere sich Nichte Elke Hirschfelder rührend um die Tante, betonte die Jubilarin. Noch vor drei Jahren bewältigte die betagte Dame ihren eigenen Haushalt in einer Wohnung im dritten Stock in der Baustraße.

Geboren 1913 in Drense, wuchs Lieselotte Lange in der Landwirtschaft ihrer Eltern auf. Auch nach der Schule war sie im elterlichen Betrieb Gierke beschäftigt, bis sie ihren ersten Mann, einen Mecklenburger, kennenlernte. Geheiratet wurde 1939, im Jahr des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges. Ihr Glück währte nicht lang. Als Flugzeugführer einberufen, stürzte ihr Mann ab. Lieselotte Lange kehrte nach diesem Schicksalsschlag zurück in die Landwirtschaft ihrer Eltern, bis sie ein zweites Mal heiratete. Den „Autolange“ aus der einstigen Prenzlauer Königsstraße, heute Straße des Friedens. Sie stieg in sein Unternehmen als Angestellte mit ein, übernahm die Verantwortung für Rechnungen, Bestellungen und Mahnungen. Sehr gewissenhaft und akribisch, in geschwungener Schrift. Diese Eigenheiten hat sie sich bis zum heutigen Tag bewahrt. Noch immer führt sie täglich Buch über ihre Erlebnisse, auch wenn die Buchstaben dabei einfach nicht mehr ganz so in der Zeile bleiben wollen und die betagte Dame nebst der Brille eine Leselupe zum Entziffern zu Hilfe nehmen muss.

Damit die „grauen Zellen“ angeregt werden, liest sie noch immer täglich den Uckermark Kurier und bleibt so darüber auf dem Laufenden, was in ihrer Heimat passiert. Denn Ausflüge sind nur noch mit dem Rollstuhl oder Rollator möglich. Eine weitere Leidenschaft von ihr ist das Rätselraten.

Ihr Geheimtipp, um bis ins hohe Alter rüstig und fit zu bleiben: „Nicht rauchen, nicht trinken, einen gesunden Lebenswandel führen und bescheiden sein.“

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