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Mit viel Gras kommen auch pralle Früchte

Geduld ist vonnöten. Bislang streben die dünnen Äste des Sanddorns lediglich in die Höhe. Nur grüne Blätter sind zu sehen. Keine prallen Früchte ...

Lucie Hikele und Inge Rietdorf aus Falkensee halten im Garten „Gräser und mehr“ einen Moment inne, um den Sonnenschein und den Blick auf den Unteruckersee zu genießen.  FotoS (3): Leonie Mielke

Geduld ist vonnöten. Bislang streben die dünnen Äste des Sanddorns lediglich in die Höhe. Nur grüne Blätter sind zu sehen. Keine prallen Früchte zerren die Äste mit ihrem Gewicht nach unten. Das wird sich im Laufe des Sommers aber noch ändern. Von August bis Dezember trägt der Sanddorn gelb-orangenfarbene Früchte, weiß LandschaftsarchitektHagen Roßmann. Der Fachmann legte den Themengarten „Gräser und mehr“ zusammen mit der Firma Grüner Flor Schwedt an. Und noch bevor der Besucher fragen kann, erklärt er mit einem Lachen: „Bei dem Namen ,Gräser und mehr‘ handelt es sich natürlich um ein Wortspiel, das sich auf die Ostsee bezieht.“
Deshalb wachse auch der Sanddorn, eine typische Strandpflanze, in diesem Garten. Daneben ragen Blau-strahlhafer, Igel-Segge und Bambus in verschiedenen Höhenstaffelungen in die Luft. 20 verschiedene Grasarten hat Hagen Roßmann in den Sand gepflanzt. Sie symbolisieren die Dünen. Umrahmt werden die Gräser von Holzpalisaden, die an die Buhnen an der Ostsee erinnern sollen. In der Mitte des Gartens liegt ein blauer Kunststoffbelag, auf dem springende Delfine aus Eichenholz arrangiert sind. Das ist die Ostsee mit ihren Fischen, erklärt Hagen Roßmann. Wobei er der Schönheit eines Delfins den Vorrang gegenüber der Tatsache gegeben habe, dass die Ostsee nicht zum Lebensraum der Delfine gehört. „Hier können die Kinder toben“, meint der „Architekt“. „Der Kunststoffbelag ist weich – ein guter Fallschutz, und die Delfine sind so gebaut, dass nichts kaputtgehen kann.“ Erschaffen wurden die Delfine von Knuth Seim, einem Bildhauer aus dem Havelland.
Für die Eltern stehen direkt daneben zwei Liegen. Hagen Roßmann erzählt, dass er schon lange geplant hatte, einen Garten anzulegen, dessen Hauptthema Gras ist. „In unserer Gesellschaft wird Gras meist zur Strukturierung von Flächen genutzt. Gras taucht in unserem Leben ständig auf, trotzdem beschäftigen wir uns fast nie damit.“ Deshalb zeige der Themengarten die Vielfalt und Schönheit vieler Graspflanzen. Daneben war es der Wunsch Hagen Roßmanns, die Themengärten auch für Kinder attraktiv zu machen – so entstanden die Delfine.