Sie spielt Cello:

Musikalisches Welt-Talent auf Heimatbesuch

Luise Rau macht aus ihrem Talent etwas. Ehrgeizig verfolgt sie ihr Ziel, nimmt jetzt an einem renommierten Wettbewerb in Hamburg teil. Am 8. August ist sie in ihrem Heimatdorf zu erleben.

Bis zu sechs Stunden täglich spielt Luise Rau auf ihrem Cello.
Monika Strehlow Bis zu sechs Stunden täglich spielt Luise Rau auf ihrem Cello.

Was hält eine junge Frau, deren Talent schon in Israel, Dänemark und der Schweiz bewundert wurde, noch in der Uckermark? In Luise Rau steckt das Potenzial einer Cellistin, die in Konzertsälen der ganzen Welt zu Hause ist. Vermutlich wird die 21-Jährige solchen Vorschusslorbeer abwehren. Denn noch ist sie dabei, ihre eigene künstlerische Sprache zu finden.

Aber nach Falkenhagen zieht es sie immer wieder zurück – bei allen Plänen, die sie für ihre Ausbildung noch hegt. Ab Oktober will sie in Hamburg weiter studieren. „Ich bin sehr gern hier. Die Uckermark ist meine Heimat, hier fühle ich mich wohl. Es ist ruhig, und ich finde den Freiraum zu üben“, schildert sie. Zudem ist ihr die Familie sehr wichtig, die sich in dem kleinen Dorf bei Prenzlau trifft.

Eine Chance, Neues zu wagen

Vater und Mutter sind selbst Konzertmusiker. Oboist Carsten Schlottke und Flötistin Ursula Weiler gehörten zum Preußischen Kammerorchester. Als das Ensemble neu gegründet worden ist, haben sich beide eine neue Existenz aufbauen müssen. Heute sehen sie es als Chance, Neues zu wagen. Ursula Weiler ist Geschäftsführerin der Uckermärkischen Kammerphilharmonie, unter deren Dach das Quillo-Ensemble spielt. Den äußeren Rahmen gibt das Konzerthaus Quillo, das aus einem ehemaligen Stall entstanden ist.

Dort trifft der Uckermark Kurier Luise Rau mit ihrem Cello, das in einem weißen Koffer wohnt. Natürlich gehört die tägliche Arbeit am Instrument dazu, wenn sie künstlerisch mehr aus sich machen will. „Doch nach sechs Stunden lässt die Konzentration nach. Und die Finger tun weh, trotz Hornhaut“, lächelt die junge Frau. Dann nimmt sie sich auch Zeit für den Freund.

Viele Lehrer formen ihr Talent

Mit fünf Jahren hat für sie schon festgestanden, dass sie Cello spielen will. „Ich wollte nie etwas anderes, als Cello spielen. Die Musik ist für mich kein Zeitvertreib, sondern mein Leben.“ Damals hat sie den Cellisten der „Preußen“ bewundert. Und Andreas Keßler ist tatsächlich ihr erster Lehrer geworden. Seitdem haben viele Lehrer und Dozenten das Talent der Uckermärkerin geformt. Neben dem Abitur in Prenzlau hat sie sich als Jungstudentin an die Universität der Künste Berlin und danach an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock eingeschrieben. „Am Gymnasium hatte keiner ein Problem damit, dass ich klassische Musik liebe und Cello spiele“, verrät sie.

Ehrgeizig verfolgt sie ihr Ziel, gewinnt mehrere Preise beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, heimst Sonderpreise etwa der Deutschen Stiftung Musikleben oder des Ostdeutschen Sparkassenverbandes ein. Seit einem Jahr erhält sie das Deutschlandstipendium des Bundesforschungsministeriums. Wie die Seele eines Cellos geweckt wird, hat sie von Professoren wie Gustav Rivinius, Matias Oliviera Pintao und Julian Steckel erfahren.

Das ist mir das Wichtigste

Jetzt darf sie als eine von zwölf aller deutschen Musikstudenten am TONALi in Hamburg teilnehmen. Dem Sieger des bundesweiten Musikprojektes, das den Wettbewerb am Instrument mit Musikvermittlung und Jugendarbeit verbindet, winken Preisgeld und Agenturvertrag. „Den gewinne ich sicher nicht. Das ist mir auch nicht das Wichtigste“, meint Luise Rau. Denn allein die Teilnahme an dem von zwei Cellisten ins Leben gerufenen Wettbewerb bringe ihr viel Anerkennung ein, eröffnet neue Möglichkeiten.

So probt sie seit Tagen das Programm, mit dem sie sich vorstellen wird. Die Uckermärker haben am 8. August die Chance, davon eine Kostprobe zu erhalten. Im Haus Quillo Falkenhagen spielen Luise Rau (Cello) und Kiyoko Wakamatsu (Klavier) ab 19.30 Uhr unter anderem Cello-Suiten und Gampen-Sonaten von Johann Sebastian Bach, Fantasie-Stücke von Robert Schumann und Cello-Sonaten von George Crumb.

Karten: 039853 64717

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Kommentare (1)

Liebe Grüße vom leiblichen Vater Albrecht Rau (Berufsmusiker und stellv. Musikschulleiter