"Kleine Heide" an der B109:

Mutige Wirtsleute setzen jetzt sogar „Tempo 70“ durch

Wenn die Prenzlauer von der „Kleinen Heide“ reden, kommen sie zumeist ins Schwärmen. Vor allem die Älteren verbinden viele Erinnerungen mit der Gaststätte im Grünen. Lange Zeit war dort aber zu. Doch seit Donnerstag dampft der Herd in der Küche wieder.

Die neue Chefin Cordula Hermann bewirtete die Gäste am ersten Tag. Es herrschte ab 11 Uhr großer Andrang.
Claudia Marsal Die neue Chefin Cordula Hermann bewirtete die Gäste am ersten Tag. Es herrschte ab 11 Uhr großer Andrang.

Die Rehe vor grünem Waldesgrund sieht man schon von Weitem. Kein Wunder, schließlich prangen sie überlebensgroß vom Giebel der Gaststätte „Kleine Heide“. Und die liegt direkt an der viel befahrenen B109.

Doch abgebogen ist auf den Parkplatz vor dem Lokal schon seit Langem niemand mehr. Das Restaurant am Waldesrand hatte vor geraumer Zeit nämlich seine Türen geschlossen. Nicht nur die Prenzlauer hofften seitdem vergeblich auf die Wiedereröffnung des traditionellen Ausflugslokals. Auch Touristen und Pendler nahmen im Vorbeifahren bedauernd den kalten Schornstein zur Kenntnis. Doch seit Donnerstag qualmt er nun wieder. Wirt Stefan Hermann und seine Frau haben das dortige Geschäft übernommen. Das Ehepaar ist vielen bestimmt aus dem Naugartener Hof „Kokurin“ bekannt, das knapp vier Jahre lang von den Hermanns bewirtschaftet wurde. Doch dann gab es Uneinigkeiten mit den Besitzern der dortigen Ferienanlage über den Pachtvertrag. Das Verhältnis wurde daraufhin gelöst.

Auf ein Neues...

Die Gaststätte direkt vor den Toren der Kreisstadt soll nun ihr zweiter Neuanfang in der Uckermark sein. Schon der Eröffnungstag ließ hoffen, dass sie auf das richtige Pferd gesetzt haben, denn die Hütte war rappelvoll. Unter den Besuchern waren viele Stammgäste aus dem „Kokurin“, bilanzierte die 45-jährige Wirtin zufrieden. „Wir müssen hier Gott sei Dank nicht bei Null anfangen“, setzte ihr Mann hinzu. Dem 54-Jährigen ist übrigens gelungen, was mehrere zuvor vergeblich versucht hatten. Er setzte ein Tempolimit vor der Gaststätte durch.

Das war seit Jahren von den Prenzlauern gefordert worden, weil man von dem Parkplatz nicht nur ins Lokal gelangt, sondern auch ins Naherholungsgebiet gegenüber. Und dort herrscht ganzjährig Hochbetrieb. Auch am Donnerstag kamen Gäste zu Fuß und mit dem Rad. Ein lebensgefährliches Unterfangen, denn selbst an die bislang vorgeschriebenen 100 km/h hielten sich nur wenige. Tempo 70 dürfte die Situation nun merklich entspannen.

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