Initiative auf dem Land:

Nach dem Konsum kommt der „Klockower Dorfladen“

Der Land-Shop im Ort ist seit September zu. Die Einwohner im Ort wollen sich mit der Situation nicht abfinden. In Hessen finden sie einen Ausweg.

Jetzt sind offensichtlich auch für den alten Konsum in Klockow die Tage gezählt.
Monika Strehlow Jetzt sind offensichtlich auch für den alten Konsum in Klockow die Tage gezählt.

41 Jahre nach seiner Eröffnung ging Ende September im Klockower Land-Shop das Licht aus. Der Betreiber musste ihn aus wirtschaftlichen Gründen schließen.

Doch mit dem Ende der Institution „Dorfladen“ wollen sich die Klockower nicht abfinden. Sie planen einfach, in dem Gebäude von 1972 selbst ein Geschäft zu führen. Bürgermeister Uwe Behnke und die Gemeindevertretung Schönfeld waren von dem Echo auf ihre Einladung zu einer Informationsrunde „Unser ‚Klockower Dorfladen‘“ überwältigt. Von den 368 Einwohnern Klockows ließen sich 110 den Termin in der Turnhalle nicht entgehen. „Und die Hälfte der Teilnehmer war spontan bereit, unser Vorhaben zu unterstützen“, freut sich Behnke.

So griff er mit den Gemeindevertretern wie die Ertrinkenden nach einem Strohhalm, als sie von Professor Volker F. Hahn in Seßlach bei Coburg hörten. Mit dem Unternehmensberater wurden sie über das Projekt der „Dorfkümmerer“ bekannt. Hahn gründete bei Coburg das Institut für Nahversorgungs Service Seßlach und eröffnete in seiner Heimat das erste Geschäft auf Teilhaberbasis.

Ähnliches ist auch für Klockow vorgesehen. Betrieben werden soll das Geschäft über eine Verwaltungs GmbH & Co KG, an der sich die Einwohner als Kommanditisten beteiligen können.Die Gesellschaft wird Arbeitgeber für die Verkäufer/innen, die den Laden in Eigenregie führen mit allem was dazu gehört - von der Bestellung, über die Präsentation bis zum Verkauf der Ware.

Solches Beispiel funktioniert schon seit fünf Jahren in Heilgersdorf, wo Hahn den „Prototyp“ aufbaute nach dem Motto „Preise niedrig, Service hoch“. Von der Machbarkeit überzeugte er auch im Land Brandenburg. „Seddin bei Potsdam ist schon weiter als wir. Dort hat die Kommunalaufsicht grünes Licht signalisiert, um einen solchen Dorfladen zu gründen“, berichtet Uwe Behnke. Und noch etwas hat ihn selbst überzeugt. „Jeder, der in die Gesellschaft einzahlt, will dass der Laden auch erhalten bleibt und wird eher dort als anderswo einkaufen.“

Mit einer Fragebogenaktion wollen die Gemeindevertreter nun den Willen der Einwohner ergründen. Erst dann werden sie sich entscheiden, ob sie die Immobilie des alten Konsum erwerben. Bis zum 1. November haben die Klockower Gelegenheit zu antworten auf Fragen danach, ob sie einen Laden im Dorf brauchen, welches Sortiment sie sich wünschen, ob sie sich als Teilhaber einbringen würden und so weiter.

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