Frau wehrt sich gegen Verwarngeld:

Nach Reh-Rettung Anzeige am Hals

Franziska Kreinert wollte ein kleines Kitz vorm Tod durch Überfahren retten und scheiterte. Jetzt soll ihre Hilfsbereitschaft bestraft werden. Gegen sie ist Anzeige erstattet worden. Das Amt erschien bereits zum Abkassieren.

Franziska Kreinert ist geschockt. Sie wollte nur helfen.
Claudia Marsal Franziska Kreinert ist geschockt. Sie wollte nur helfen.

Franziska Kreinert hat einem Rehkitz das Leben retten wollen und nun eine dicke Anzeige am Hals. Die junge Frau hatte das Fundtier von der Straße aufgelesen und über Stunden versucht, es irgendwo unterzubringen. Doch Polizei, Tierschutzverein und Ökostation  wiesen sie ab. Sie setzte es letzten Endes wieder aus. Der zuständige Jagdpächter sagte im Nachgang, dass sie es nur vorsichtig an den Fahrbahnrand hätte legen müssen. Es sei normal, dass die Ricken ihren Nachwuchs allein lassen, wenn sie fressen gehen oder sich zum Wiederkäuen niederlegen. Das wusste sie nicht.

Besuch vom Kreisveterinäramt

Dafür bekam die 25-Jährige nun Besuch vom Kreisveterinäramt. „Ein Mitarbeiter hat bei mir geklingelt und gesagt, dass ich von einem Bürger angezeigt worden bin.“ Weil sie gegen das Tierschutzgesetz verstoßen habe, müsse sie 20 Euro zahlen, damit hätte sich die Sache erledigt. Amtstierarzt Dr. Achim Wendlandt bestätigte auf Nachfrage des Uckermark Kurier, dass eine Anzeige gegen Frau Kreinert eingegangen sei und seine Behörde unverzüglich gehandelt habe. Wer ein Tier quäle und/oder ihm Schäden zufüge, müsse damit rechnen, zur Verantwortung gezogen zu werden.

"Ich wollte helfen und werde jetzt bestraft"

Franziska Kreinert ist erschüttert: „Ich weiß ja, dass ich vermutlich etwas falsch gemacht habe. Doch ich wollte helfen und werde jetzt bestraft.“ Unter keinen Umständen werde sie sich öffentlich als Reh-Mörderin hinstellen lassen. Doch genau diesen Vorwurf macht ihr der Anzeigenerstatter. Dabei handelt es sich um einen Amtstierarzt a.D.  Der pensionierte Behördenleiter empörte sich über das gedankenlose Vorgehen der Frau. Seiner Meinung nach sei dieses Tier wegen ihr eines elenden Todes gestorben.

Kommentare (4)

Es ist verwunderlich, dass eine Ricke ihr Kitz auf einer Straße zurückläßt und nicht im Schutz des Waldes oder hohem Grasbewuchs. Entweder hat die Ricke ihr Kitz verantwortungslos ausgesetzt oder die Ricke war tot. Man könne fachsimpeln, ob das Kitz an den Straßenrand gelegt werden sollte. In meinem Heimatkundeunterricht vor vielen Jahrzehnten wurde mir die Regel unterwiesen, nie ein Rehkitz anzufassen, da durch meinen Hautkontakt mit dem Kitz, die zurückkehrende Ricke ihr Kitz nicht mehr annimmt, weil der Kitzgeruch kontaminiert ist. Dies sollte auch ein Amtstierarzt a.D. wissen. Vllt. sollte auch der Anzeigenerstatter 20€ Strafe zahlen. Und die Behörde das Doppelte, die dem Unfug auch noch stattgibt.

tue nix gutes, wiederfährt dir nix böses! wir leben hier oben in einem land der wildraubken und tierliebhaber. wer aber recht bekommt bestimmt nicht der normale menschenverstand, sondern die stellung im staat und seiner..... erinnert mich sehr stark an die ddr, nur war es dort nicht so schlimm, wie in der heutigen zeit....

"Dummheit schützt vor Strafe nicht" ist ein altes Sprichwort. Aber man sollte hier berücksichtigen, daß die Frau in bester Absicht handelte - selbst wenn es verkehrt war. Eine Geldstrafe halte ich vom Amt deshalb doch für überzogen. Was ich allerdings auch nicht nachvollziehen kann, ist, daß Frau Kreinert an dem bewußten Abend einfach auflegte, als ich ihr sagte, daß sie das Kitz hätte an Ort und Stelle lassen sollen und Wildtiere im Tierheim grundsätzlich nicht aufgenommen werden können, und ich nicht mehr Gelegenheit bekam, mit ihr zu besprechen, was man nun tun müßte. Und ich habe auch keine Erklärung dafür, warum - nachdem wir durch die Zeitung dann wußten, wer sie ist - weder ihr Freund, dem wir auf die Mobilbox gesprochen hatten, noch sie selbst auf unsere Anfrage via facekook reagierte. Wenn sie uns mitgeteilt hätte, wo sie das Kitz dann letztendlich hingesetzt hatte - man hätte nochmal an der Stelle suchen und es mit viel Glück vielleicht doch noch retten können. Frauke Förster Prenzlauer Tierschutzverein e.V.

Die Anzeige sollte dann auch gegen die Polizei den Tierschutzverein und Ökoverein laufen die sie abgeweisen haben anstatt dem Tier zu helfen. Ob jemand ein Tier erst rettet und dann wieder aussetzt ist genauso als wenn er überhaupt nicht hilft. Wenn das Kitz auf der Strasse war ist die Mutter garantiert tot. Vielleicht sogar abgeschossen weil jemand Ricke nicht von Bock unterscheiden konnte oder wollte. Im Übrigen erlaubt das Naturschutzgesetz das wieder aussetzen. Man sollte endlich Tierschutz,- Naturschutz und Jagdgesetz unter einen Hut bringen, abgleichen, präzisieren und Ausnahmen für Jäger streichen. Denn dem schützenden Tier ist es völlig egal ob eine Tat von einem Jäger oder Nichtjäger begangen wird. Auch ist es falsch den Jägern besondere Sachkenntnis zu unterstellen wegen 4 Stunden Bio in der Vorbereitung zur Killerlizens. Sieht man wieder an diesem Bericht.