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Nervenkrieg vorm Kita-Streik

Ist die Kita meiner Kinder am Montag geöffnet oder streikbedingt dicht? Diese Frage kann am Sonntag in Prenzlau noch niemand mit Sicherheit beantworten. Die Einrichtungen haben zwar Notfallpläne vorgelegt, aber inwiefern die eingehalten werden, steht in den Sternen.

Damit sie sich um ihre Kinder Joline und Jason kümmern kann, geht Katjana Becker erst nachmittags zur Arbeit.
Claudia Marsal Damit sie sich um ihre Kinder Joline und Jason kümmern kann, geht Katjana Becker erst nachmittags zur Arbeit.

Die Stadtverwaltung Prenzlau würde gern konkretere Aussagen treffen. Doch Sprecherin Alexandra Martinot ist am Sonntagnachmittag fast genau so ratlos wie alle Eltern. „Wir wissen noch nicht mit Sicherheit, welche Kitas in Prenzlau am Montag öffnen werden“, sagt sie mit Bedauern. Bislang hätten zwar nur 14 Erzieherinnen aus der Geschwister-Scholl-Kita angekündigt, dass sie der Arbeit fern bleiben wollen. Aber es stehe natürlich auch den anderen Kollegen noch frei, sich am Ausstand zu beteiligen. Die Gewerkschaft ver.di hat es sich schließlich zum Ziel gesetzt, alle Kitas zu bestreiken.

Wer kann, sollte Alternativen suchen

„Wir empfehlen daher allen Eltern, die die Möglichkeit haben, die Kinder anderweitig unterzubringen, das auch zu tun“, so die Stadt-Sprecherin. Wer das nicht kann und zur Arbeit muss, sollte am Montagmorgen zur Kita fahren und sich dort informieren, so der Vorschlag aus dem Rathaus. Man könne, so Martinot, das Kita-Personal weder zwangsverpflichten noch andere Mitarbeiter der Verwaltung für die Kinderbetreuung einsetzen. 

Bei den Eltern löst die Streikankündigung verständlicherweise wenig Begeisterung aus. Reinigungskraft Katjana Becker (31) und ihr Mann, der beim Milchhof in Schichten arbeitet, haben ein Alternativkonzept für den Notfall gestrickt. Sie geht erst nachmittags arbeiten, wenn ihr Mann wieder zu Hause ist und sich um Joline (3) und Jason (8) kümmern kann.