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Neuer Anbieter bekommt Vorschuss-Lorbeeren

Ab 2014 liefert Sodexo das Mittagessen für die Schulen und Kitas in Trägerschaft der Stadt Prenzlau. Bei einer Verkostung schneidet der Anbieter vorab schon einmal gut ab. Rechtfertigt mehr Qualität aber auch einen deutlich höheren Preis?

Ab 1. Januar liefert die Firma Sodexo das Essen für die Schulen und Kitas in Trägerschaft der Stadt. Am Mittwoch kamen über 100 Gäste in die Grabowschule, um zu kosten.
Oliver Spitza Ab 1. Januar liefert die Firma Sodexo das Essen für die Schulen und Kitas in Trägerschaft der Stadt. Am Mittwoch kamen über 100 Gäste in die Grabowschule, um zu kosten.

„Ich habe alles gekostet, es schmeckte wirklich sehr, sehr lecker“, sagt Anja Meistring. Ihre Kolleginnen Christin Bürstenbinder und Lisa Schmerze stimmen begeistert zu. „Ich esse ich bisher kein Mittag, aber jetzt überlege ich es mir“, so das Fazit der Erzieherin der Geschwister-Scholl-Kita. Am Nachbartisch stopft der 18 Monate alte Tim Nudeln mit Tomatensauce, Möhren und Hähnchenschitzel in sich hinein und strahlt dabei über beide Ohren. „Meine siebenjährige Tochter besucht die Grabow-Grundschule, Tim ist in der Kita Freundschaft“, erzählt Madeleine Klebe aus Nieden derweil.

Sie gehörte zu den circa 100 Eltern, Hortnerinnen und Erzieherinnen, die sich am Mittwochabend in der Aula der Grabow-Oberschule persönlich vom neuen Essenanbieter überzeugen wollten. Denn das Rathaus hatte die Mittagsversorgung an Schulen und Kindereinrichtungen in Trägerschaft der Stadt Prenzlau zum 1. Januar 2014 neu ausgeschrieben, die Stadtverordnetenversammlung hat sich mehrheitlich für die Firma Sodexo entschieden. Zukünftig müssen die Eltern zwischen 3,04 Euro (Kita), 3,13 Euro (Grundschule) und 3,16 Euro (Oberschule) je Portion bezahlen. Ein einheimisches Unternehmen hatte sich nicht beworben. In der Ausschreibung waren Qualität und Service diesmal deutlich stärker gewichtet worden als der Preis.

„Und Qualität hat nun mal ihren Preis“, sagt Annett Fistler, Hortleiterin an der Grabow-Oberschule. Von den 129 Grundschülern würden 106 täglich an dieser Schule Mittag essen. Von den über 300 Oberschülern aber nur sieben oder acht. „Das hat sicherlich auch etwas mit Stundenplänen und Busabfahrtzeiten, aber ganz sicher auch mit der bisherigen Qualität des Essens zu tun.“

Das „Cook & Chill“-Verfahren des Konzerns scheint Vorteile zu haben. Das Essen wird in der Großküche Werder gekocht, dann schnellgekühlt und ausgeliefert. Vor Ort wird das Essen in speziellen Öfen wieder erhitzt. Längere Warmhaltezeiten entfallen, das Essen kommt frisch auf den Teller, Nährstoffe und Vitamine bleiben erhalten, wie Heiko Höfer, Sodexo-Regionaldirektor, sagt. Drei Essen stehen täglich zur Auswahl, Allergiker können ein Extra-Essen zum gleichen Preis bekommen, ein Großhändler aus Brandenburg beliefert die Küche in Werder auch mit regionalen Produkten. Der Speiseplan ist von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zertifiziert.

Gerade von einer besseren Qualität erhoffen sich die Schulen wieder mehr Essenteilnehmer. Die beiden Kinder von Katja Klinkmann besuchen die Grabow-Oberschule. „Mein zehnjähriger Sohn isst hier, aber dem Großen schmeckt das Essen nicht. Aber wenn meine 15-jährige Tochter dieses Essen hier sieht, vor allem das Salatbuffet, dann isst sie hier garantiert wieder.“ Jedenfalls war das Echo auf diese ungewöhnliche Verkostung durchweg positiv.

Kommentare (1)

Ist ja schön das, das Essen lecker schmecken soll! Aber hatt man auch schon mal daran gedacht wer das bezahlen soll? die Preise sind doch wohl wucher für die Leute die von nirgends Unterstützung bekommen!