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Noch gehts den Bienen gut in der Uckermark

Immer mehr Schädlinge und Krankheiten bedrohen das Gedeihen der fleißigen Pollensammlerinnen. Nach dem jüngsten, nach Europa eingeschleppten Parasit, hoffen die Imker auf Hilfe von Politikern.

Schon als Kind war Wolfgang Hirrle von Bienen fasziniert. Der Berufsimker rief die Bienenpatenschaft ins Leben und schafft so eine neue Lobby für die Immen.
Monika Strehlow Schon als Kind war Wolfgang Hirrle von Bienen fasziniert. Der Berufsimker rief die Bienenpatenschaft ins Leben und schafft so eine neue Lobby für die Immen.

Noch geht es den Bienen im Norden Brandenburgs gut. Weder Berufsimker Wolfgang Hirrle, noch der Vorsitzende des größten Imkervereins in der Region rund um Prenzlau, Horst Reichel, stellen ein Bienensterben fest. Erfahrungsgemäß rechnen Imker im Frühjahr mit zehn Prozent Verlust. Nach Information des Deutschen Imkerbundes schätzen Experten, dass rund 30 Prozent der bundesweit rund 750 000 Bienenvölker den Winter nicht überlebten. So befürchtet Sprecherin Petra Friedrich jetzt schon eine schlechte Honigernte 2015.

Die zwanzig Bienenvölker von Hobbyimker Reichel sind zu 90 Prozent über die dunkle Jahreszeit gekommen. Ähnliches resümiert in Lützlow Wolfgang Hirrle, der eine Ökoimkerei betreibt. Auch er hat lediglich zehn von 120 eingewinterten Völkern verloren.

Trotzdem machen sich die Uckermärker Sorgen um die Populationen. Denn das Spektrum von Schädlingen und Krankheiten wird immer vielschichtiger. Den jüngsten Alarm löste der Nachweis des Kleinen Beutenkäfers in Kalabrien aus, berichtet Horst Reichel. Der Parasit hat von Afrika seinen Weg nach Nordamerika, Australien und Europa gefunden. „Wir haben Ministerpräsident, Landrat und  Landesverband aufgefordert, für Einfuhr- und Imkerwanderverbote zu sorgen.“ Doch wie schnell darauf reagiert wird, weiß er nicht. Dafür wird er nicht müde zu appellieren, konsequent gegen die Varroa-Milbe vorzugehen, die als Hauptursache für das Bienensterben gilt. Das sieht Wolfgang Hirrle nicht anders. Der Lützlower war schon als Kind von Bienen fasziniert. 1978 machte er in der einzigen Imkerberufsschule der DDR in Flemsdorf den Facharbeiter. Die Milbe war 1982 erstmals in der DDR nachgewiesen worden, weiß er. Eines der damals schon bewährten Mittel sei Ameisensäure, die er bis heute erfolgreich gegen die Milbe einsetzt. Außerdem verzichtet Hirrle auf den letzten Honig im Jahr, schleudert die Wabe letztmalig im Juli. Damit haben die Bienen zusätzlich Futter, wenn sie in milden Wintern aktiver als sonst sind. Übrigens sorgt er auf besondere Art dafür, das Interesse an den Nützlingen zu wecken: Er hat 250 Bienenpaten geworben, die auf regionalen Honig Wert legen.