Andrang an den Grenzen:

Notfallplan für Asylbewerber

Von Woche zu Woche ändere sich die Situation schlagartig, schildert der Uckermark-Landrat die aktuelle Lage, nachdem erneut Flüchtlinge zugewiesen wurden. Ein zweites Heim muss her.

Die Erstanlaufstelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt ist voll. Weitere Flüchtige werden auch in der Uckermark erwartet.
Patrick Pleul Die Erstanlaufstelle für Asylbewerber in Eisenhüttenstadt ist voll. Weitere Flüchtige werden auch in der Uckermark erwartet.

Der Zustrom von Asylbewerbern nach Deutschland hält unvermindert an. Das ist auch in der Uckermark zu spüren. Am Montag erst kamen 23 neue Asylbewerber in Prenzlau unter. Andere sind bereits auf Wohnungen aufgeteilt worden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat jetzt weitere knapp 60 Menschen mit Asylbewerberstatus für den Landkreis angekündigt. Damit erhöht sich die Zahl der in diesem Jahr aufzunehmenden Menschen auf 367.

„Die Situation ändert sich von Woche zu Woche schlagartig“, erklärt Landrat Dietmar Schulze. Vor allem der Zeitdruck auf die Verwaltung erhöht sich, sodass jetzt zum Notfallplan gegriffen werden soll, um allen Flüchtlingen vernünftige Unterkünfte und Betreuung zu sichern. Zudem steht der Winter vor der Tür. „Wir wollen die Menschen nicht in Zelten unterbringen“, betont Schulze.

Schnelle Lösungen sollen her

In den vergangenen Wochen wurde gemeinsam mit allen Städten, Ämtern und Gemeinden geprüft, welche Immobilien sich für eine schnelle Lösung eignen würden. Nun soll als Erstes in Angermünde die ehemalige Förderschule hergerichtet werden, um dort 40 bis 50 Plätze zu schaffen. Vorerst will der Landkreis das Objekt im Stadtinneren selbst betreiben. Jetzt müssen zügig Möbel und Inventar herangeschafft und die Ölheizung hochgefahren werden.

Als Zweites soll am Prenzlauer Asylbewerberheim, so wie im September bereits angekündigt, ein Container mit rund 90 Plätzen gebaut werden. Die Vorbereitungen erwiesen sich als langwierig. Zum einen mussten mit dem privaten Betreiber Vertragsverhandlungen geführt werden. Zum anderen zogen sich die Bauvorbereitungen hin.

Als Drittes wird fieberhaft daran gearbeitet, einen Ort für ein zweites Asylbewerberheim in der Uckermark zu finden. Prenzlau, in dem schon ein Heim steht, wird als Standort ausgeschlossen. Zurzeit sind sechs Immobilien im Gespräch. „Bis Mitte November werden wir dazu eine Entscheidung treffen“,  bittet der Landrat um Verständnis, jetzt noch keine Kommune benennen zu können.

Suche nach Wohnungen in Kommunen

Parallel zu allen Bemühungen steht allen voran das Sozialamt im engen Kontakt mit den Ämtern und Gemeinden, um freien Wohnraum zu finden. Denn nach wie vor ist der Landkreis bestrebt, so lange wie möglich 40 Prozent der ankommenden Asylbewerber in Wohnungen unterzubringen. Das betrifft den gesamten Flächenkreis. Nicht nur in Fürstenwerder oder Boitzenburg, auch in Dedelow und Polßen, Wilmersdorf und Greiffenberg oder Mittenwalde und Criewen werden Möglichkeiten geprüft.

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