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Plötzlich als Hehler verurteilt

Ein vermeintliches Schnäppchen wird teuer für einen Prenzlauer und entpuppt sich als Straftat.

Das geht ist verkündet.
Ronald Wittek Das Urteil ist verkündet.

Gebrauchte Markengeräte über das Internet zu verkaufen, ist nicht verboten. Immerhin lassen sich so schnell ein paar Euro verdienen, dachte sich auch ein Prenzlauer, der sich nun aber vor dem Prenzlauer Amtsgericht verantworten musste.Er erwarb eine Motorsäge zum Preis von 80 Euro und bot sie über einen Bekannten auf einer Internet-Auktionsplattform zum doppelten Preis an.
Das Angebot entdeckte zufälligerweise auch der ehemalige Besitzer, dem die Maschine bei einem Einbruch gestohlen worden war. Das konnte er nachweisen.
Nun war der Anbieter wegen Hehlerei angeklagt. Er bestritt vor Gericht, vom Diebstahl gewusst zu haben und erklärte, dass er den Hochentaster über einen Zettelaushang in einem Markt erworben hatte. Der Verkäufer soll versichert haben, dass er Eigentümer war. Weder machte den Schnäppchenjäger stutzig, dass die Initialen nicht mit dem Namen übereinstimmten, noch dass das 500 Euro teure Gerät derart günstig angeboten und kein Kaufvertrag vorgezeigt wurde. Der Kontakt sei zudem über Telefon gelaufen, die Anschrift des Verkäufers sei ihm nicht bekannt.
Der Angeklagte trat nicht zum ersten Mal in Erscheinung, hatte zahlreiche Vorstrafen. Seine letzte Bewährungsverurteilung war gerade abgelaufen.Das Urteil: Sechs Monate Freiheitsstrafe wegen Hehlerei, ausgesetzt zu drei Jahren Bewährung, plus 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.