Sorge um Wasserqualität:

Mysteriöses Fisch-Sterben im Teich

Familie Puls aus Fürstenwerder macht eine grausige Entdeckung: Kurz nachdem sie ihren Miniteich vor dem Haus mit Leitungswasser befüllt hat, schwimmen alle Fische tot oben. Das Ehepaar setzt nun alles daran, die Ursache herauszubekommen.

Margot Puls hat mit Erschrecken das Sterben im Teich beobachtet.
Claudia Marsal Margot Puls hat mit Erschrecken das Sterben im Teich beobachtet.

Margot Puls hat den Schock  noch nicht verwunden. Wenn sie zu ihrem Teich vorm Haus hinüber schaut, dann kommen ihr die Tränen. Zu frisch ist die Erinnerung an das Drama, das sich hier zweimal hintereinander abgespielt hat.

Weil der Regen nicht für genug Wassernachschub gesorgt hatte, waren sie und ihr Mann auf die Idee gekommen, den Bassin mit Leitungswasser aufzufüllen. "Doch das war eine fatale Entscheidung", ist die 72-Jährige überzeugt. Denn exakt drei Stunden nach dem Einlassen starb in dem 400-Liter-Becken fast alles Leben.

Sind die Mangan- und Ammoniumwerte schuld?

Beim ersten Mal erwischte es nur die jungen und einen ganz dicken, alten Goldfisch. Kurz danach war auch der nachgekaufte Fischbesatz hinüber, sagt sie. "Es ist doch kein Zufall, dass das immer passierte, wenn wir Leitungswasser eingeleitet haben", erklärt die Rentnerin beunruhigt.

Ihre Sorge komme nicht von ungefähr, setzt sie erklärend hinzu. Denn in Fürstenwerder sei die Bevölkerung seit September 2012 vom zuständigen Wasserversorger darüber informiert worden, dass es Grenzwertüberschreitungen gebe. Betroffen seien Mangan und Ammonium. Die vorliegenden Konzentrationen, so der Wortlaut der Mitteilungen, "stellen jedoch keine Gefährdung der menschlichen Gesundheit dar, ausgenommen davon sind Säuglinge und Kleinstkinder."

Stadtwerke vermuten andere Ursache

Familie Puls hat seitdem das Trinkwasser stets abgekocht, doch von den Stadtwerken sei ihnen auf Nachfrage gesagt worden, dass das unnötig sei. "Warum aber sterben dann unsere Fische davon?"

Frank Arndt, Sprecher der Stadtwerke, kann keinen Zusammenhang erstellen. Erst jüngst habe es Untersuchungen im Netz gegeben, die keinerlei Grenzwertüberschreitungen mehr ergeben hätten. "Alle Werte waren in Ordnung", versicherte er auf Nachfrage. Auch bei den anfangs erwähnten Überschreitungen 2012 sei nichts aus dem Ruder gelaufen gewesen. "Das hatte seine Ursache in einem Filteraustausch und war temporär zu erwarten." Das Gesundheitsamt sei vom Versorger rechtzeitig vorher informiert worden und habe die Entwicklung überwacht - ohne weitere Beanstandungen in der Folge. Laut Arndt müsse das Fischsterben bei den Puls'ens eine andere Ursache haben. "Am Trinkwasser liegt es nicht", stellte er abschließend kategorisch klar.