Fiese Masche:

Polizei-Rufnummer von Betrügern missbraucht

Gauner gaben sie sich als Polizisten aus und forderten von ihren Opfern Geld – um ihnen eine noch teurere Strafe zu ersparen. Doch das war noch längst nicht alles.

Ein Rentnerin erhielt einen Anruf von der Kriminalpolizei. Sie soll einer Betrügerbande angehören. Aber für 6000 Euro könnte sie sich von einem Strafverfahren freikaufen.
Federico Gambarini Ein Rentnerin erhielt einen Anruf von der Kriminalpolizei. Sie soll einer Betrügerbande angehören. Aber für 6000 Euro könnte sie sich von einem Strafverfahren freikaufen.

Zwei Polizisten aus Prenzlau wurden zu einer Rentnerin nach Gramzow gerufen. Bei ihr hatten Betrüger angerufen. Ein Herr mit akzentfreier Stimme stellt sich als ein Beamter vom Bundeskriminalamt vor. Der warf ihr vor, man habe im Zuge von Ermittlungen im Ausland gegen eine Betrügerbande ihren Namen ermittelt. Der angebliche Polizist sagte, dass man bei der Zahlung einer Strafe von 6000 Euro das Verfahren gegen sie einstellen würde. Für die Überweisung nannte ihr der Mann eine Postfiliale in der Prenzlauer Innenstadt und eine Kontoverbindung.

Die verängstigte Frau rief bei der Polizei in Prenzlau an. Zwei Beamte suchten sie zu Hause auf. „Als die Beamten den Fall aufnehmen wollten, klingelte erneut das Telefon. Wiederum meldete sich ein Mann, ebenfalls angeblich vom BKA in Wiesbaden. Dem stellte sich einer der Beamten als der Ehemann vor. Dann schlug er dem Betrüger vor, ob es nicht besser sei, das Geld bei der Polizei in der Wache in Prenzlau zu hinterlegen und dann auf dem Dienstweg an das BKA weiterzuleiten. Daraufhin beendete der Betrüger das Gespräch“, sagte Polizeisprecher Gerald Pillkuhn.

Als Prenzlauer Kommissar ausgegeben

Zehn Minuten später klingelte es wieder. „Diesmal stellte sich ein weiterer Unbekannter als Hauptkommissar Wagner von der Polizeiwache in Prenzlau vor“, so Pillkuhn. Einen Hauptkommissar diesen Namens gibt es dort aber nicht. 

Was die Polizisten aber zum Staunen brachte, war der Blick auf das Display des Telefons. „Die Beamten sahen da eine Durchwahl ihrer Dienststelle“, so Pillkuhn. Wer einen solchen Anruf erhält, dem empfiehlt Pillkuhn, immer selbst bei der Polizei unter der offiziellen Rufnummer (03984  350) anzurufen. Dann gelangt man an die echten Polizisten.