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Polizei und Justiz aufs Übelste verhöhnt

Nach einem dritten brutalen Raub rätselt ganz Prenzlau, wer das Trio ist, das dafür verantwortlich sein soll. Jetzt wurde im Internet ein Aktenvermerk veröffentlicht, in dem Personen schwer belastet werden.

Kommentar des jungen Mannes: „Freispruch. Ist das der Hammer...“ – und dazu die beiden Mittelfinger gezeigt.
Screenshot UKK Kommentar des jungen Mannes: „Freispruch. Ist das der Hammer...“ – und dazu die beiden Mittelfinger gezeigt.

Zwei junge Männer, eine kleine Frau – so werden die Personen beschrieben, die für drei Raubstraftaten in Prenzlau verantwortlich sein sollen. Ein gemixtes Schläger-Trio, das nicht so schwer auszumachen sein sollte in einer Stadt wie Prenzlau – möchte man meinen.

Doch dem ist offenbar nicht so. Das Unverständnis darüber, dass die Polizei bislang niemanden verhaftet hat, wird in der Bevölkerung immer größer. Das sorgt für Unmut, zumal vor fünf Tagen nun erneut jemand krankenhausreif geschlagen worden ist. Am Donnerstag dann den Hinweis, dass im Internet ein Polizeiprotokoll dazu aufgetaucht ist.

Namen und Adressen zu lesen

Im sozialen Netzwerk Facebook hat ein junger Mann ein internes Schreiben der Polizei hochgeladen. In dem Dokument sind sowohl der Zeuge als auch drei Tatverdächtige und eine weitere Person mit vollen Namen, Adressen und Geburtsdaten benannt - für jedermann sichtbar. Neben dem Schreiben finden sich jede Menge Kommentare, in denen Polizei und Justiz verhöhnt werden, was allein an der Ausdrucksweise und Wortwahl deutlich wird.

Der junge Mann, der das Dokument veröffentlicht hat und vermutlich einer der drei Beschuldigten ist, schreibt unter seinem Nickname dazu: „Falls es zur Verhandlung kommt, hab ik ja immer noch die beste Anwältin der Welt...“ Bei der Prenzlauer Polizei wollte man sich auf Nachfrage des Uckermark Kurier dazu nicht äußern. Der Vorfall sei bekannt und vor längerer Zeit schon an die Staatsanwaltschaft Neuruppin abgegeben worden.

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren wegen des ersten Raubes (Überfall auf den Pizzaboten im Februar 2014) ein – „mangels hinreichenden Tatnachweises.“ Insofern sei auch die Veröffentlichung des Dokuments zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr strafbar, hieß es. Vor Abschluss des Verfahrens sei sie das zweifelsfrei gewesen.