Gemeinsame Kontrolle:

Polnische und deutsche Polizisten stoppen kaputte Brummis und Raser

Defekte Bremsanlagen oder fehlender Führerschein, den deutschen und polnischen Verkehrspolizisten entgeht nichts. Sie starten am Freitagnachmittag eine Großkontrolle rund um den ostuckermärkischen Grenzübergang Rosow.

Dieser polnische Verkehrspolizist kontrollierte die Geschwindigkeit der aus Polen kommenden Autofahrer am Grenzübergang Rosow. Deutsche und polnische Beamte starteten hier am Freitagnachmittag eine Großkontrolle.
Oliver Spitza Dieser polnische Verkehrspolizist kontrollierte die Geschwindigkeit der aus Polen kommenden Autofahrer am Grenzübergang Rosow. Deutsche und polnische Beamte starteten hier am Freitagnachmittag eine Großkontrolle.

„Der muss hier stehen bleiben“, sagt Thomas Nöring, als er unter dem Sattelschlepper wieder hervor kommt. Der Polizeihauptkommissar von der Sonderüberwachungsgruppe hat schwere Mängel an den Lkw-Bremsen festgestellt. „Bevor die nicht behoben sind, rollt der nicht weiter.“

Mit einem Großaufgebot haben polnische und deutsche Verkehrspolizisten rund um den Grenzübergang Rosow den Fahrzeugverkehr kontrolliert: Geschwindigkeit bei Pkw und Lkw; technischer Zustand, Zollvergehen, Ladungssicherheit, Lenk- und Ruhezeiten bei den Lkw.

An der Kontrollstelle Gartz ging den Beamten ein polnischer Autofahrer ins Netz, der keine Fahrerlaubnis hat. Nie hatte, seit 20 Jahren fuhr der Mann durch die Lande. „Er wird erst nach deutschem Recht belangt, denn das ist eine Straftat“, sagt der Erste Polizeihauptkomissar Dieter Kotzian, Leiter der Verkehrspolizei der Polizeidirektion Ost, die von Eisenhüttenstadt bis hoch nach Prenzlau reicht, 9000 Quadratkilometer, 218 Kilometer Autobahn und sieben Grenzübergänge umfasst. Außerdem werden noch die polnischen Behörden den Mann bestrafen. „500 Zloty, zahlbar innerhalb von zwei Wochen, sonst wird das Konto gesperrt. Ist kein Geld vorhanden, werden persönliche Dinge konfisziert“, erläutert Gregor Sudakow, Chef der Verkehrspolizei der Wojewodschaft Westpommern. Überhaupt sind die polnischen Ordnungshüter wesentlich rabiater. Als bei einem Auto die Glühbirne defekt ist, muss der Fahrer die sofort an Ort und Stelle wechseln. Deutsche Autofahrer wüssten oft nicht mal, wie man überhaupt an die Lampe herankommt.

Täglich passieren circa 1000 Pkw und 200 bis 300 Lkw den Grenzübergang Rosow. „Wir haben hier Sorgen mit dem Schwerverkehr“, sagt Dieter Kotzian, Stichwort Mautpreller. Deshalb sind die Lkw-Spezialisten vor Ort. Hinzu kommen die Temposünder.

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