Marktberg eröffnet:

Prenzlau hat ein neues Herz

Ganze Menschenmassen feiern Prenzlaus neue Mitte. Nach zweijähriger Bauzeit ist die neue Marktberg-Bebauung eingeweiht. Für einen war es wohl die letzte Amtshandlung.

Ein Blick von oben zeigt, wie voll es auf dem marktberg bei der Einweihung war.
Franz Roge - idw-Bildagentur Ein Blick von oben zeigt, wie voll es auf dem marktberg bei der Einweihung war.

Die Feier zur Einweihung ließ sich Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) natürlich auch nicht entgehen. Es dürfte eine seiner letzten Amtshandlungen gewesen sein, denn der erste Mann Brandenburgs wird in diesem Monat sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederlegen.

Vielleicht war der Andrang in der City anlässlich des denkwürdigen Ereignisses auch deshalb riesengroß. Am Rande des Rednerstandortes entbrannte ein regelrechter Kampf um die besten Fotostandorte, mussten die zahlreich erschienenen Medienvertreter ihre Plätze gegen die zum Teil richtig wütenden Menschenmassen verteidigen. Nach dem Abzug der Offiziellen entspannte sich die Lage aber schnell, hatten alle Anwesenden ausreichend Gelegenheit, die Neubebauung in Augenschein zu nehmen.

Der Beginn des Gemeinschaftsprojektes der Stadt Prenzlau und der Wohnungsgenossenschaft datiert auf das Jahr 2009 zurück. Damals entstanden in Regie der Projektentwicklungsgesellschaft Agora GmbH die ersten Skizzen. Die ursprünglichen Pläne der damaligen Stadtführung hatten noch eine großflächige Marktbergbebauung in Form eines Einkaufscenters vorgesehen. Mutige Bürger waren es, die später ein Bürgerbegehren dagegen einreichten und mit großer Mehrheit umsetzten. Für die jetzige Rathausspitze ein Zeichen dafür, dass die Prenzlauer ein lebenswertes Zentrum in ihrer City wollten, eine angemessene Bebauung neben der Marienkriche und keinen Verdrängungswettbewerb der Gewerbetreibenden in der Innenstadt.

Die neue Stadtführung unter Bürgermeister Hendrik Sommer vernetzte 2010 die Akteure und schaffte den Konsens bei den Stadtverordneten und dem Landkreis. Die öffentlichen Diskussionen und die bürgernahe Projektentwicklung bauten eine breite Zustimmung in der Bevölkerung auf. Dass das bis heute so ist, zeigte die große Anteilnahme der Prenzlauer an dem Ereignis. Überall gab es lobende Worte aus dem Publikum.

Die jetzigen Gewerbeeinheiten in der neuen Marktbergbebauung sind gut durchmischt. Auch viele neue Gewerbetreibende konnten gewonnen werden. Moderne Wohnungen für jung und alt ergänzen das anspruchsvolle Konzept. Bislang sind schon fast alle Flächen vermietet, verriet der Vorstand der Wohnungsgenossenschaft am Rande. Die barrierefreie Erschließung des Ober- und Untermarktes bietet den Menschen einen Ort zum Verweilen, ob im Café in der Marktpassage, den zahlreichen Sitzmöglichkeiten am Wasserlauf, der Wassertreppe oder den Wasserspielen. Die wurden gestern ebenfalls offiziell in Betrieb genommen, allerdings sprudelten die Fontänen eher bescheiden, denn sonst wäre mancher Besucher trotz Sonnenschein durchnässt nach Hause gegangen.

 

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