Bänke an Stadtmauer versetzt:

Prenzlau kapituliert vor Schmutzfinken

Sie sollten Menschen zusammenbringen und haben sie letztlich doch entzweit - die Sitzecken entlang der Stadtmauer. Nachdem sich vor allem am Handwerkerhaus die Klagen und Anzeigen mehrten, sieht sich die Stadt gezwungen, zu reagieren.

Ein Stilleben der anderen Art an der Prenzlauer Stadtmauer. Zugemüllt und dreckig. Damit soll es jetzt vorbei sein.
SPZ Ein Stilleben der anderen Art an der Prenzlauer Stadtmauer. Zugemüllt und dreckig. Damit soll es jetzt vorbei sein.

Jetzt reicht's. Mit dieser klaren Ansage reagiert die Stadtverwaltung Prenzlau auf die ständigen Vandalismusschäden an den Bänken entlang der Stadtmauer,  in Nähe des Handwerkerhauses. Die Sitzmöglichkeiten sind nach langem Kampf um die Sauberhaltung der dortigen Flächen nun gänzlich verschwunden, sehr zum Ärger der vielen Nutzer.  Doch im Rathaus hat man offenbar kapituliert. Die Enttäuschung der Leser, die sich wegen der an der Stadtmauer abmontierten Sitzgelegenheiten an den Uckermark Kurier wandten, kann Bürgermeister Hendrik Sommer nachvollziehen. Aber leider sei es so, dass gerade die vier jetzt abgebauten Bänke in den Abendstunden Anlaufpunkt von "Schmutzfinken" waren. „Deren Hinterlassenschaften landeten nicht in den dafür vorgesehenen Papierkörben, sondern ausschließlich auf dem Boden. Die Papierkörbe wurden stattdessen demoliert. Kaputte Glasflaschen wurden zum Verletzungsrisiko für andere. Es ging sogar so weit, dass die mit der Säuberung der Anlagen beauftragten Kräfte sowie Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft beschimpft und verbal bedroht wurden. Es wurden zudem fast alle Pflastersteine herausgerissen und in der Umgebung verteilt. Dieser Zustand war nicht mehr haltbar, denn es handelte sich nicht um einzelne Vorkommnisse, sondern regelmäßige Erscheinungen. Und das trotz erfolgter Anzeigen gegen die Jugendlichen“, schildert Bauamtsleiterin Kerstin Oyczysk.

Die demontierten Bänke sollen an einer anderen Stelle der Stadtmauer wieder aufgestellt werden, wo sie besser einzusehen sind.

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