Streit wegen doppelter Gebühren:

Prenzlauer zwingt die ARD in die Knie

Peter Karow hatte die Hoffnung fast aufgegeben. Denn der Kampf des Rentners gegen den doppelten Rundfunkbeitrag am Zweitwohnsitz schien aussichtslos. Doch nun kann der 73-Jährige jubeln.

Peter Karow zeigt stolz sein Antwortschreiben.
Claudia Marsal Peter Karow zeigt stolz sein Antwortschreiben.

Peter Karow war lange sauer auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Monatelang lag der 73-Jährige mit ARD & Co. im Clinch. Dem Rentner war eine Rechnung vom „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ ins Haus geflattert. Die Verwaltungsgemeinschaft, die seit 2013 den Rundfunkbeitrag einzieht, forderte den Prenzlauer auf, hunderte Euro nachzuzahlen. Und das obwohl der Mann seinen Verpflichtungen jederzeit nachgekommen war. Doch die Verwaltungsgemeinschaft forderte einen zweiten monatlichen Rundfunkbeitrag für sein Wochenendhaus – rückwirkend.

Der Senior wohnt mit seiner Frau während der Sommermonate nämlich in einer Bungalowsiedlung. Ein zweiter Fernseher steht in dem Häuschen aber nicht. Die Karows nehmen im Frühjahr ihr Gerät aus Prenzlau mit. Warum also doppelt zahlen? Weil der Gesetzgeber sagt, dass für eine Zweitwohnung ebenfalls der volle Rundfunkbeitrag gezahlt werden muss. Und die Beitragsservicebehörde erfährt durch einen Datenaustausch mit den Ämtern, wer unter welcher Adresse gemeldet ist. Peter Karow legte sich trotzdem mit den Sendern an und schaltete die Verbraucherzentrale ein. Er konnte glaubhaft belegen, dass er nur wenige Monate im Jahr dort wohnt und in dieser Zeit sein Stadtdomizil nicht nutzt. Damit sind die Voraussetzungen für eine pauschale befristete Anmeldung erfüllt, ist im Antwortschreiben aus Köln zu lesen. Peter Karow werden in den nächsten Tagen 322,20 Euro zurückerstattet. Sein Fazit: "Man darf sich nicht alles gefallen lassen."

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung