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Räuber nutzt die Taubstummen-Masche

Der in einer Prenzlauer Bank beraubte alte Mann feiert am Mittwoch seinen Geburtstag. Sein größter Wunsch wäre die Ergreifung des Täters. Doch die steht in den Sternen, dabei hatte es am Montag noch einen Hinweis gegeben.

Die VR-Bank hat die Video-Aufnahmen des Diebstahls zur Auswertung der Polizei übergeben.
Claudia Marsal Die VR-Bank hat die Video-Aufnahmen des Diebstahls zur Auswertung der Polizei übergeben.

Was ist das nur für ein Mensch, der einem alten, gebrechlichen Mann seinen letzten Notgroschen stiehlt? Diese Frage stellten sich nach dem Bericht über den Raub in der VR-Bank Prenzlau viele Menschen. Die Betreuerin sagt, dass der Täter so tat, als ob er taubstumm sei und sich nur schriftlich verständlich machen könne. Zu diesem Zweck hatte der Kriminelle ein A4-Blatt dabei, das er dem alten Mann vor die Brust drückte. „Es ging ja alles so schnell. Und ich habe versucht, meinen Patienten so schnell wie möglich aus der Bank heraus zu bringen. Aber es war leider zu spät.“ 3500 Euro erbeutete der Ganove.

Das Geld war für die Beerdigung der Tochter des Rentners. Sie wurde mittlerweile beerdigt. Die Mitarbeiterin des Pflegedienstes glaubt gesehen zu haben, dass der Dieb vorher noch andere ältere Menschen bedrängt hatte. Angezeigt wurde aber kein zweiter Vorfall, so die Polizei auf Nachfrage.

Bankmitarbeiter vor Masche gewarnt

Die am Montag an die Presse gegebene Information, dass man in Schwedt einen Tatverdächtigen ermittelt habe, korrigierte Polizeisprecher Pillkuhn am Dienstag. Nach Auswertung aller Hinweise habe sich diese Spur als nichtig erwiesen, hieß es.

VR-Bank-Vorstand Horst Gülink bedauerte das Vorkommnis. Er versicherte, dass das Geschehen auf Video festgehalten worden ist und dass die Aufnahmen bei der Polizei zur Auswertung vorliegen.  Die VR-Bank hat nach dem Diebstahl alle Zweigstellen und alle Mitarbeiter informiert und für diese Masche sensibilisiert.