Umfangreiche Polizeikontrollen in der Uckermark:

Rasern und Dränglern wird es weiterhin schwer gemacht

Dass es richtig weh tun kann, mit zu viel km/h auf dem Tacho im Landkreis unterwegs zu sein, haben an nur einem Tag 505 Autofahrer in der Uckermark erfahren müssen. Und es geht weiter. Polizisten gehen noch bis September verstärkt mit Laser und Blitzgeräten in Stellung.

Während Holger Berndt (rechts) das Kennzeichen eines Fahrzeuges notiert, schaut Karsten Penske schon nach den nächsten Verkehrsündern aus.
M. Strehlow Während Holger Berndt (rechts) das Kennzeichen eines Fahrzeuges notiert, schaut Karsten Penske schon nach den nächsten Verkehrsündern aus.

„Können Sie mir nicht einen Brief schicken?“ – „Das können wir, aber dann kostet es 25 Euro zusätzlich“, macht Polizeihauptmeister Karsten Penske deutlich. Nur zögernd lenkt die Fahrerin am Brüssower Stadtrand ihr Auto an den Straßenrand und lässt sich den Bescheid über ihr Verwarngeld ausstellen. Mit 67 Stundenkilometern innerhalb der Ortschaft hat sie noch Glück gehabt, ist aber knapp an einem Bußgeld vorbei geschrammt. Damit steht die junge Dame am Donnerstag nicht allein. 505 Verkehrssünder werden an nur einem Tag erwischt, die in der Uckermark schneller als erlaubt ihre Wagen steuerten.

Karsten Penske visiert mit der Laserpistole Fahrzeuge an, lange bevor die Fahrer ihn sehen können. Sein Kollege Jörg Topf winkt die Verkehrssünder am Ortsausgang Brüssow in Richtung Löcknitz an den Straßenrand, und Holger Berndt erledigt den schriftlichen Part: erfasst Personalien und schreibt Verwarn- oder auch Bußgelder aus.

Zehn Kollegen gehören zu den Verkehrsdiensten der Polizeiinspektion Uckermark. So leuchten zwischen Temmen und Schwedt, Damme und Brüssow wieder die Lichthupen auf, wenn der Gegenverkehr vor Lasern und Radargeräten warnen will. „Das hilft auch nichts“, kann Holger Berndt darüber nur lächeln. „Die Großen fahren trotzdem unvermindert schnell weiter.“

Wie sehr vor allem Lieferanten und Truck-Fahrer unter Zeitdruck stehen, bekommen die Beamten auf der Piste oft genug zu spüren. Es sei wirklich kein gutes Gefühl, wenn ein Fahrer direkt auf die Laserpistole zusteure, bis der Polizist sich nur noch mit einem Sprung retten kann, erzählt Karsten Penske. So schlimm kommt es an diesem Tag zum Glück nicht. Insgesamt 52 mal ermitteln die Polizisten in der Region mit Lasergeräten zu schnelle Fahrer; 453 mal blitzen Radarfallen. Allein bei Temmen handeln sich auf der L 241, Abfahrt Hohenwalde, 22 Fahrer Verwarngelder und drei Bußgelder ein. Letztere drohen jenen, die mindestens 21 km/h schneller als erlaubt fahren.

Im Ergebnis bringt dieser Tag nicht viel mehr Verstöße als sonst. Doch bis in den September hinein können sich Kraftfahrer sicher sein, häufiger in Verkehrskontrollen zu kommen. In dieser Woche ist Auftakt zu mehrwöchigen Kontrollen im ganzen Land, erklärt Rudi Sonntag, Pressesprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums. Damit will die Polizei vor allem gegen Raser und Drängler vorgehen. Das scheint angesichts der Statistik dringend notwendig. Denn im ersten Halbjahr 2013 registriert das Polizeipräsidium Ost, zu dessen Einsatzgebiet die Uckermark gehört, bereits zehn Prozent mehr Unfälle wegen zu schnellen Fahrens, als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.