Demonstration fällt ins Wasser:

Rechtsextremist verursacht Polizeigroßeinsatz

Zum dritten Mal organisierte ein Rechter aus Schleswig-Holstein eine Demonstration unter dem Motto "Härtere Strafen für Pädophile" in Prenzlau. Drei Demonstranten erschienen. Wieder kostete die Veranstaltung den Steuerzahler eine fünfstellige Summe.

Das Bunte Bündnis Prenzlau hatte zu einer Gegendemonstration aufgerufen.
Carsten Korfmacher Das Bunte Bündnis Prenzlau hatte zu einer Gegendemonstration aufgerufen.

Am Sonnabend hat der bekennende Rechtsextremist Enrico Pridöhl seinen dritten Demonstrationsversuch in Prenzlau unternommen. Der Schleswig-Holsteiner hatte die Demonstration mit der Bezeichnung "Härtere Strafen für Pädophile" angemeldet und einen Aufruf im Internet über das soziale Netzwerk Facebook gestartet. Angereist waren allerdings neben Pridöhl nur zwei weitere Personen, eine aus Hamburg und eine aus Baden-Württemberg. Nach einer Stunde löste die Polizei die Versammlung am Bahnhof auf und begleitete die drei Demonstranten zu deren Mietwagen.

Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer zeigte sich verärgert über die Veranstaltung. "Selbstverständlich nehmen wir das Thema ernst und selbstverständlich ist es wichtig, das Demonstrationsrecht zu schützen. Doch das ganze Geld, das der Steuerzahler für diesen Einsatz zahlt, hätte besser genutzt werden können." Polizeisprecher Gerald Pillkuhn konnte keine genauen Angaben zur Anzahl der Einsatzkräfte machen, doch Sommer zählte nach: "Allein im Bahnhofsumfeld standen bestimmt 20 Einsatzwagen, also waren sicherlich 80 bis 100 Beamte im Einsatz." Das entspräche Einsatzkosten von mindestens 10 000 Euro, so der 44-Jährige.

Bereits zwei Mal war Pridöhl in Prenzlau aktiv geworden. Im November sagte er eine geplante Demonstration aufgrund eines angekündigten Bahnstreiks kurzfristig ab. Im Januar fand eine Demonstration statt, allerdings erschienen nur zwei Demonstranten: Pridöhl selbst und der uckermärkische NPD-Kreistagsabgeordnete David Weide.

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Kommentare (1)

Der Bürgermeister von Prenzlau,ärgert sich über die hohen Kosten die die angemeldete Demonstration verursacht hat. Gleichzeitig,bekräftigt er aber das Recht zu demonstrieren. Herr Bürgermeister Sommer,wer darf nach Ihrer Meinung in Prenzlau demonstrieren ?Hätten Sie auch den hohen Aufwand beklagt,wenn die bunte Bewegung geschützt werden müsste ? Solange eine Demonstration genehmigt ist,darf die Kostenfrage von einem Politiker nicht gestellt werden. Wie viel Steuergelder,werden von den gewählten Volksvertretern für sinnlose Projekte ausgegeben!