Aufzug am Bahnhof defekt:

Rollstuhlfahrer kommt nicht über die Gleise

Seinen Besuch in Prenzlau hatte sich Bernd Richter anders vorgestellt. Der querschnittsgelähmte Mann strandete für mehrere Stunden auf dem Bahnsteig.

Ungläubig betrachtet Bernd Richter das Stopp-Zeichen vor dem Bahnhof-Fahrstuhl.
Carsten Korfmacher Ungläubig betrachtet Bernd Richter das Stopp-Zeichen vor dem Bahnhof-Fahrstuhl.

Bahnreisende in der Uckermark kommen nicht zur Ruhe. Erst strandeten beim Lokführerstreik am Mittwoch rund 100 Fahrgäste in Angermünde. Am Freitag saß am Prenzlauer Bahnhof ein Rollstuhlfahrer fest. Was war passiert? Der Wahlberliner Bernd Richter traf mit seiner Frau Christel um 14 Uhr in seiner ehemaligen Heimat ein, verlassen konnte er den Bahnhof allerdings nicht. Der einzige Aufzug auf dem Doppelgleis war defekt. Eine andere Möglichkeit das Gleis zu verlassen, gibt es nicht. Nach einer Stunde kamen Mitarbeiter der Bahn-Sicherheit und die Polizei. Doch auch sie konnten Richters Rollstuhl, der allein mehr als 150 Kilogramm wiegt, nicht über die Gleise tragen.

"Das kann doch nicht wahr sein," empört sich Christl Richter. "Wir haben alles bis ins kleinste Detail geplant, haben gemeinsam mit dem Mobilitätscenter der Deutschen Bahn die Reise genau vorbereitet. Warum ruft uns denn niemand an, wenn hier die Aufzüge ausfallen? Wir hätten einen Ort weiterfahren können, um dann auf dem Rückweg mit einem anderen Zug auf dem gegenüberliegenden Gleis anzukommen. Von dort aus kann man ohne Aufzug nach draußen fahren." Um 17 Uhr nahmen sie schließlich den Zug in Richtung Heimat. Kurz danach trafen Bahntechniker aus Berlin ein. Sie hatten im Stau gestanden.

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