Schwerverletzte Frau in Unfallklinik geflogen:

Rottweiler wird nach erneuter Attacke nun getötet

Schon wieder hat Benny zugebissen. Diesmal trifft es eine 63-jährige Bekannte der Besitzerin. Der Vorfall passiert im Tierheim. Das aggressive Tier ist eine tickende Zeitbombe.

Rottweiler sind im Land Brandenburg als gefährliche Hunderasse eingestuft.
Bernd Thissen/dpa Rottweiler sind im Land Brandenburg als gefährliche Hunderasse eingestuft.

Erinnern Sie sich noch an Benny, den beißwütigen Rottweiler von Marion Fichtner? Der dreijährige Rüde hatte im Frühjahr einen Handelsvertreter auf dem Grundstück im Birkenweg in Prenzlau so schwer attackiert, dass der Mann nur wie durch ein Wunder mit dem Leben davon kam. Im Juni berichtete der Uckermark Kurier erneut über das aggressive Tier, das beim Gassigehen mit seinem 68-jährigen Frauchen trotz seines Maulkorbs einen Schäferhund schwer attackiert hatte.

Jetzt biss Benny erneut zu und verletzte die 63-jährige Prenzlauerin A. (Name der Redaktion bekannt) so schwer, dass sie mit demn Rettungshubschrauber ins Unfallklinikum Berlin-Marzahn geflogen wurde. Der Vorfall ereignete sich auf dem Gelände des Prenzlauer Tierschutzvereins. Im Tierheim wurde der Hund seit dem 21. August betreut.  Die Besitzerin kam täglich ein- bis zweimal ins Tierheim, um den Hund zu besuchen. „Unser gemeinsames Ziel war es, einen neuen Halter zu finden. Am Donnerstag und Freitag kam Frau Fichtner mit ihrer Bekannten zu uns, die Interesse an dem Tier bekundete und selbst früher einen Rottweiler besaß“, schilderte Frauke Förster. Die TSV-Chefin habe Marion Fichtner noch darauf hingewiesen, dass Benny in Gegenwart der Bekannten nur mit einem Maulkorb geführt werden darf. Laut Beobachtungen einer Mitarbeiterin trug der Hund auch einen passgenauen Maulkorb. Später hörte sie Schreie, lief zum Auslauf und sah, wie sich Marion Fichtner bemühte, Benny dazu zu bringen, vom Arm ihrer Bekannten abzulassen. Erst als die Mitarbeiterin den Hund mit Wasser übergoss, gab er den Arm frei, biss aber der weglaufenden Prenzlauerin noch ins Bein.

 Wie es dem Beißopfer geht, konnte dessen Sohn noch nicht sagen. „Ich fahre nachher zu ihr ins Krankenhaus“, sagte der Unternehmer gestern gegenüber dem Uckermark Kurier. Amtstierarzt Dr. Achim Wendlandt hatte sich am Dienstag ein Bild von Benny im Tierheim gemacht. „Er war ganz ruhig. Trotzdem ist er eine tickende Zeitbombe“, schätzte er ein. „Das Tier ist fixiert auf Frauen, kleine Kinder und aggressiv. Ich bin der Meinung, dass das Tier eingeschläfert werden muss."

Eine am Dienstag tagende Kommission war sich am Ende einig: „Die Sicherheit von Menschen und Tieren geht vor.“ Das Ordnungsamt veranlasste die sofortige Tötung des Tieres. Doch bevor Bennys Kadaver zum Abdecker kommt, wird er untersucht. Er war gegen Tollwut geimpft.

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Kommentare (2)

Und eine Art Führerschein sollte Pflicht werden. Auch die ehemaligen Besitzer sind zu Rechenschaft zu ziehen. Bei ihnen lag es, den Hund zu erziehen. Kein Tier ist von Natur aus gefährlich.

Wenn ich schon diesen Schwachsinn höre: "Kein Tier ist von Natur aus gefährlich. " Augen auf und nicht nur dumme Plattitüden schreiben, die man irgendwann mal Nachmittags um eins in irgendeiner Talkshow gehört hat. Sie möchte ich gerne mal in einem Gehege mit einem Raubtier sehen... Oder sind das etwa keine Tiere??? Rottweiler sind gezüchtete Tiere (Hunderasse), in deren Charakteristik dieser "Jagd- bzw. Verteidigungsinstinkt" verankert ist. Hundeführerschein gut und schön und wenn nachgewiesen werden kann, dass der Halter an dem Desaster schuld ist, dann sollte auch er zur Rechenschaft gezogen werden. Aber zu sagen, das alle Tiere nicht von Natur aus gefährlich sind, ist der größte Schwachsinn, den man erzählen kann. Kleiner Tipp: Vielleicht vorher informieren oder Studien lesen und weniger auf "Mitten im Leben" oder "Familien im Brennpunkt" hören.