Naturschutz einmal anders:

Rudern für mehr Wald

Die Oberförsterei Milmersdorf startet auf der  Landesgartenschau eine besondere Aktion. Bis Sonntag können die Besucher auf das Ergometer steigen und Bäume "errudern". Diese werden im Herbst auf einem Acker bei Buchholz gepflanzt.

Heidrun Koch (links), Leiterin der Oberförsterei Milmersdorf, spornt einen LAGA-Besucher beim Ergometer-Rudern an.
Oliver Spitza Heidrun Koch (links), Leiterin der Oberförsterei Milmersdorf, spornt einen LAGA-Besucher beim Ergometer-Rudern an.

Regen prasselt aufs Zeltdach, ein Wind-Boen greifen unter die Plane. Am ohnehin besucherschwachen LAGA-Montag „verirren“ sich bei diesem Wetter noch weniger Gäste als sonst auf die „Grüne Wonne“. Doch Heidrun Koch, Leiterin der Oberförsterei Milmersdorf, und Stadtförster Jens Rackelmann halten tapfer unter ihren Zelten die Stellung und Ausschau nach Mutigen, die aufs Ergometer steigen wollen. Nicht nur als Training, sondern für einen guten Zweck: „Rudern für mehr Wald in der Uckermark“ ist das Motto der Grünröcke.

Bei Buchholz soll ab November ein 2,1 Hektar großer Acker erstmals aufgeforstet werden, angrenzend an den Prenzlauer Stadtwald. Die Experten haben berechnet, dass hier 11 500 Bäume gepflanzt werden können. „Vor allem Eichen“, wie Heidrun Koch sagt. Dazu kommen hunderte Sträucher am künftigen Waldrand. Das Kieswerk Buchholz bezahlt diese Setzlinge. Um die LAGA-Besucher auf diesen Plan der Oberförsterei aufmerksam zu machen, wurde die Ruder-Aktion ins Leben gerufen. Für je 100 geruderte Meter gibt es einen Baum. Bis Sonntag läuft die Aktion am LAGA-Eingangsbereich im Seepark, dann wird unter den „Tagesrekordhaltern“ eine große, mit Kettensäge „geschnitzte“ Eule verlost.

Die öffentliche, einwöchige „Wald-Werbung“ der Oberförsterei Milmersdorf auf der Landesgartenschau soll zudem auf ein Jubiläum aufmerksam machen. Vor 300 Jahren formulierte Hans Carl von Carlowitz (1645-1714), Leiter des sächsischen Oberbergamtes, den Leitgedanken, dass nur so viel Holz geerntet werden dürfe, wie zuwächst. Nur so könne man eine dauerhafte Bewirtschaftung der Wälder auf Generationen sichern. Das war die Geburtsstunde der geordneten Holzwirtschaft in Deutschland und des Begriffs der nachhaltenden Nutzung.

In Deutschland gibt es 11,1 Millionen Hektar Wald, das sind 31 Prozent der Landesfläche. In Brandenburg ist der prozentuale Anteil sogar noch höher (37 Prozent), in der landwirtschaftlich geprägten Uckermark dagegen deutlich kleiner (25 Prozent). Im Land ist die Forst- und Holzwirtschaft mit circa 15 000 Beschäftigten ein bedeutender Arbeitgeber im ländlichen Raum. In der 1,1-Millionen-Hektar großen Waldfläche des Landes stecken 238 Millionen Kubikmeter Holzvorrat. Der jährliche Zuwachs beträgt 4,5 Millionen Kubikmeter. Und natürlich ist der Wald nicht nur ein Wirtschaftsfaktor: Er erhält Lebensräume für 14 000 Tier- und 6000 Pflanzenarten und bietet den Menschen Platz für Erholung und Ruhe.

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