Fragwürdige "Geschenke":

Salami jagt Rentner einen Schrecken ein

Bei Familie Berude aus Prenzlau hängen immer wieder fragwürdige "Geschenke" an der Tür. Mal ist es eine angeknabberte Wurst, dann wieder ein vertrocknetes Kuchenstück. Die Rentner fühlen sich dadurch gemobbt.

Ziemlich unappetitlich. Und doch hängen angeknabberte Lebensmittel immer wieder in einer Tüte an der Türklinke.
Claudia Marsal Ziemlich unappetitlich. Und doch hängen angeknabberte Lebensmittel immer wieder in einer Tüte an der Türklinke.

Siegfried Berude hat schlecht geschlafen. Stundenlang lag der 80-Jährige wach und grübelte. Seine Gedanken wanderten immer wieder zu der ominösen Tüte zurück, die er am Nachmittag an seiner Wohnungstür gefunden hatte. Drinnen steckte eine angeknabberte Salami, eingewickelt in Alufolie. Das allein wäre vielleicht nicht die Aufregung wert gewesen. Doch aufgrund einer langen Vorgeschichte glaubt Siegfried Berude daran nicht. Die Wurst war nämlich nicht das erste "Geschenk", mit dem er beglückt wurde. Mal hing ein vertrocknetes Stück Kuchen an der Klinke, mal steckten Zwiebeln im Briefkasten - versehen mit dem Spruch: "Jetzt wird's aber Zeit."

Was dahinter steckt? Siegfried Berude hat keinen blassen Schimmer. Doch für ihn grenzt das Ganze jetzt schon an Mobbing, wie er sagt. Deshalb will der Senior das nächsten Präsent auch zur Polizei bringen und Anzeige gegen Unbekannt erstatten. "Wir sind alte Menschen, die so etwas nun mal in Aufregung versetzt. Wer hat bloß etwas davon, uns immer wieder zu ängstigen?", fragt sich der Prenzlauer betrübt. Obwohl er seines Wissens mit keinem der anderen Mieter größere Probleme gehabt hat, glaubt er, dass der Übeltäter aus dem Aufgang kommt. Ohne Schlüssel kommt man nicht ins Haus hinein.