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"SAM" zeigt Jugendlichen Weg ins Berufsleben

Was tun, wenn die Schule vorbei ist? Das fragen sich viele Schüler.  Antworten darauf müssen sie schon selbst finden. Doch bei der Ausbildungsmesse "SAM" können sie sich orientieren. Und das scheint gut zu funktionieren.

Wie hier am Stand der Sparkasse Uckermark waren auf der sam auch zahlreiche Interessenten anzutreffen, die die erste Ausbildung bereits absolviert haben und sich jetzt eventuell noch einmal neu orientieren wollen.
Lisa Martin Wie hier am Stand der Sparkasse Uckermark waren auf der sam auch zahlreiche Interessenten anzutreffen, die die erste Ausbildung bereits absolviert haben und sich jetzt eventuell noch einmal neu orientieren wollen.

Als Jana Bernhardt zusammen mit ihrer Mutter am Sonnabend am Frühstückstisch saß, stand für die Neuntklässlerin noch fest, dass sie kein Abitur braucht. Von dem, was sie nach dem Abschluss der zehnten Klasse machen würde, hatte sie jedoch auch keine richtige Vorstellung. Ein paar Stunden später hat sich ihre Sicht komplett verändert. Nachdem sie die ersten anderthalb Stunden des Rundgangs auf der Schwedter Ausbildungsmesse „SAM“ absolviert hat, ist ihre Sicht auf das Abitur eine andere. Nun hat sie eine Idee, wohin sie beruflich steuern könnte.

„Die Aufgaben einer Sozialversicherungsangestellten scheinen mir interessant und auch der Beruf einer Veranstaltungskauffrau könnte etwas für mich sein.“ Vorstellbar wäre aber auch ein Dualstudium bei der Sparkasse oder ein Verwaltungsmanagement-Studium. „Dafür bräuchte ich dann das Abitur“, sagt die Schülerin. „Wir haben jede Menge Eindrücke und Material gesammelt. Jetzt wird zu Hause erst einmal ausgewertet und dann schauen wir weiter“, fasst Anne Bernhardt zusammen. Der Besucht der Messe sei für ihre Tochter auf alle Fälle eine wichtige Orientierungshilfe gewesen.

Größer als im Vorjahr sei der Andrang  bei der diesjährigen Ausbildungsmesse gewesen, so Hagen Gohlke vom Verein Junge Wirtschaft Schwedt, der die „SAM“ seit 2002 organisiert. „Sonnabend ist der Tag, an dem wir die Schüler zusammen mit ihren Eltern einladen. Der Freitag ist für die Schulen gebucht.“ Doch sind es am Sonnabend nicht nur Schüler, die sich informieren. Auch zahlreiche „ältere Semester“, die bereits eine Ausbildung absolviert haben und sich beruflich neu orientieren wollen, nutzen die Chance.

„Die Messe wird auch als ein Ort genutzt, an dem konkrete Verabredungen getroffen werden. Es gibt viele Jugendliche, die die ‚sam‘ mit einer Praktikumsvereinbarung in der Tasche verlassen“, erklärt Mike Bischof. Der SPD-Landtagsabgeordnete ist Initiator und Schirmherr der Veranstaltung und auf der Messe selbstverständlich auch anzutreffen. Bereits ausgebildete Fachkräfte, die die Infostände der Unternehmen und Institutionen betreuen, haben sich hier selbst vor ein paar Jahren Anregungen für ihre berufliche Laufbahn geholt.

„Einen Wermutstropfen allerdings gibt es“, schiebt Gohlke hinterher. Während die anderen weiterführenden Schulen aus den Kreisen Uckermark und Barnim das Angebot des Besuchs der Messe und den kostenfreien Bus-Shuttle hin und zurück nutzen, lehnten die Gymnasien ab. „Zur Begründung wurde gesagt, dass die Gymnasiasten später studieren und sie ja auch den Sonnabend zum Messebesuch nutzen könnten.“ Doch für Hagen Gohlke und seine Mitstreiter ist es etwas anderes, wenn die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Mitschülern kommen und die Veranstaltung später im Nachgang in der Schule ausgewertet wird. Auch hier gibt es gute Erfahrungswerte in der Kooperation mit den Schulen. „Wir hoffen jedenfalls, dass wir die Gymnasien perspektivisch zu einem Umdenken bewegen können“, zeigt sich Hagen Gohlke optimistisch.