Ein Pelzbock geht um:

Schaurige Gestalten ziehen durch Kleptow

Merkwürdige Dinge geschahen in der Nacht vor Silvester. In Kleptow wird der Pelzbock an Ketten von schauderhaften Gefährten durchs Dorf getrieben.

Als Dank für die Gaben, stellen sich die Gestalten für ein Gruppenfoto zur Erinnerung auf. Der Sage nach bekommt der Pelzbock am Ende den größten Teil der Geschenke. 
Lisa Walter Als Dank für die Gaben, stellen sich die Gestalten für ein Gruppenfoto zur Erinnerung auf. Der Sage nach bekommt der Pelzbock am Ende den größten Teil der Geschenke. 

Begleitet von Klapperstorch, Teutschgeiger, Schimmelrieder, Schornsteinfeger, Musikant, Zickenbock, Stutenfru und fünf Pietschenknaller ziehen sie von Haus zu Haus. Sie erbitten Gaben für eine Feier. Seit 27 Jahren lassen sich 14 jungen Männer, die alle auf persönliche Weise mit Kleptow verbunden sind, nicht davon abbringen, diesen Jahrhunderte alten Brauch aufleben zu lassen.

So sind die Einheimischen bereits an die gespenstische Truppe gewöhnt. Ohne wenn und aber rücken sie Sekt, kleine Schnapsflaschen und allerlei Naschwerk heraus.  Ein echtes Stück uckermärkischer Tradition, die bis in die dreißiger des 20. Jahrhunderts noch bekannt und weit verbreitet war.

Der „Pelz“ war damals eine Bezeichnung für einen großen Pfannkuchen. Beim Blick auf den Pelzbock aus dem heutigen Kleptow fällt eine Ähnlichkeit zu dem „Strohbären“ aus Hessen auf. Auch dort wird ein junger Mann in Stroh eingenäht und von Jugendlichen durch das Dorf getrieben, um Wurst, Speck, Eier und Schnaps für die Silvesternacht zu sammeln. Viele Varianten existieren inzwischen vom Strohbär und dem Pelzbock in weiten Teilen Deutschlands. Sie alle sind Formen des Heischebrauch aus dem 17. Jahrhundert.

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