Helfen mit Herz:

Schicksale lassen Uckermärker nicht kalt

Wenn Straßenmusikant Albert Archut seinen Zylinder aufstellt, dauert es nicht lange, bis die ersten Geldstücke und Scheine darin landen. Das Leserhilfswerk zu unterstützen, ist ihm und vielen Bürgern eine Herzensangelegenheit.

Redaktionsleiter Heiko Schulze (links) nimmt die Spenden entgegen, die Straßenmusikant Albert Archut im Marktkauf-Foyer für das Leserhilfswerk „Helfen mit Herz“ einspielte.
Marcel Grosch Redaktionsleiter Heiko Schulze (links) nimmt die Spenden entgegen, die Straßenmusikant Albert Archut im Marktkauf-Foyer für das Leserhilfswerk „Helfen mit Herz“ einspielte.

Albert Archut  wurde ab 1. Juli 1984  als Straßenmusikant „geboren“. Mit Frack,  Zylinder und Wanderharmonium trat er zusammen mit Heinz Thun, erster Geiger des damaligen Estradenorchesters, zur Prenzlauer 750-Jahrfeier auf. An der „Babette-Kreuzung“, wo der beeindruckende Festumzug vorbeizog, hatten sich beide positioniert. Anknüpfend an die Tradition jener Straßenmusikanten wie dem Prenzlauer „Kohlschmidt“, die in den Jahrzehnten vor, während und nach den Weltkriegen als Musikanten auf der Straße ihre Brötchen verdienten.

Ums Brötchenverdienen ging es Albert Archut als Straßenmusikant nie. Mit den Spendengeldern, die den Weg in seinen Zylinder fanden, unterstützt er seit fast 30 Jahren soziale Projekte und vorhaben, die unmittelbar und ohne Verwaltungsgebühren den Kreisstädtern und ihrer Stadt am Unteruckersee zu Gute kommen. Dazu gehört seit der Einweihung des Marktkaufcenters am Gewerbegebiet „Schafgrund“ die Unterstützung des Leserhilfswerkes „Helfen mit Herz“ des Kurierverlages Neubrandenburg für unschuldig in Not geratene Menschen aus unserer Region. Als er am 21. Dezember 2013 erneut acht Stunden lang im Marktkauf-Foyer auf seinem Harmonium spielte, geschah dieses bereits zum 17. oder 18. Mal für diese Aktion. Allein am 21. Dezember 2013 spielte er 320, 47 Euro für diese Aktion ein. Die Scheine und Münzen übergab er jetzt an Heiko Schulze, Redaktionsleiter des Uckermark Kurier, damit er dieses Geld  an das Leserhilfswerk „Helfen mit Herz“ weiterreicht. „Dieses geschieht ohne Abzug von Verwaltungskosten, das Geld kommt 1 zu 1 jenen Menschen zu Gute, die Hilfe und Mitmenschlichkeit dringend benötigen“, dankte Heiko Schulze dem Straßenmusikanten.

Wie schnell es heute gehen kann, dass Menschen, egal welchen Alters, urplötzlich durch einen Unfall, eine Krankheit oder Trennung in Notsituationen geraten können, weiß Archut auch aus seinem persönlichen Umfeld. So wolle er noch viele Jahre, so seine Gesundheit ihn nicht im Stich lässt, die Aktion „Helfen mit Herz“ des Kurierverlages unterstützen. In der Hoffnung, dass in seinen altehrwürdigen Zylinder noch so mancher Schein und so manches Klimpergeld seinen Weg finden wird.