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Schlüsseldienst lenkt erst ein, als Hilfesuchende mit Polizei droht

Knapp 400 Euro – und zwar in Vorkasse, so viel sollte Cornelia Ender für eine Türöffnung bezahlen. Doch an dieser Frau beißt sich die Firma die Zähne aus. Die Uckermärkerin weigert sich und bekommt letztlich einen Preisnachlass von 360 Euro.

Cornelia Ender sollte 400 Euro an den Schlüsseldienst bezahlen. Sie weigerte sich und zahlte am Ende nur 40 Euro.
Claudia Marsal Cornelia Ender sollte 400 Euro an den Schlüsseldienst bezahlen. Sie weigerte sich und zahlte am Ende nur 40 Euro.

Cornelia Ender lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Die Prenzlauerin ist eine Kämpfernatur, nur so hat sie die für sie sehr schwere Nachwendezeit meistern können. Und das bekam jetzt auch ein Schlüsseldienstmitarbeiter zu erfahren, der von ihr knapp 400 Euro für eine Türöffnung haben wollte, die von ihm in knapp 30 Sekunden über die Bühne gebracht worden war.

Die alleinstehende Frau war zuvor – wie viele andere schon vor ihr – einem Unternehmen auf dem Leim gegangen, das im Telefonbuch und im Internet als Prenzlauer Betrieb für sich wirbt. Angeblich in der Brüssower Allee 91 soll der Dienst ansässig sein. Doch an dieser Adresse gibt es ihn nicht. Mehrere Opfer der dreisten Abzocke haben lediglich beobachtet, dass die Mitarbeiter mit einem weißen Kleinwagen mit polnischem Kennzeichen ankommen und dass nach dem Anruf meist über eine Stunde vergeht, bevor Hilfe da ist.

Auch Cornelia Ender harrte über eine Stunde aus, bevor sie aus ihrer misslichen Lage befreit wurde. Sie hatte zuvor aus Versehen den falschen Schlüssel eingesteckt und kam nun nicht mehr in ihre Wohnung hinein. Zum Glück war diese nicht abgeschlossen, so dass die Türöffnung letztlich eine Sache weniger Sekunden war.  400 Euro sollte die Kellnerin dafür bezahlen. Doch erst die Drohung, dass sie die Polizei rufen werde, brachte den Vertreter des Schlüsseldienstes offenbar zur Vernunft. Nach einem Telefonat mit dessen Vorgesetzten war die Forderung plötzlich auf 40 Euro zusammengeschmolzen.