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Schneisen der Zerstörung in Prenzlau

Das Unwetter brach ohne Vorwarnung über die Prenzlauer herein. Der strahlendblaue Himmel bei sengender Hitze verdunkelte sich in wenigen Minuten. Was dann folgte, war für die Augenzeugen unfassbar.

Hier kommen die Prenzlauer nicht um nasse Füße herum.
Claudia Marsal Hier kommen die Prenzlauer nicht um nasse Füße herum.

Quasi im Sekundentakt liefen die Alarmmeldungen in der Leitstelle ein. Ein Baum blockiert die Straße in Brüssow, Richtung Dobberzin. In der Schwedter Straße in Prenzlau droht ein Baum auf die Fahrbahn zu stürzen, in der Winterfeldtstraße fallen Ziegel vom Schuldach, am Georg-Dreke-Ring steht die Straße unter Wasser.

In Jahnkeshof in Milow läuft der Keller voll Wasser, ebenso in einem Mehrfamilienhaus in der Prenzlauer Klosterstraße, Ein Baum durchschlägt die Klinkermauer am Komplex der Kreisverwaltung Uckermark, in Gramzow kippt ein Baum auf den Markt,  jetzt steht auch noch am Robert-Schulz-Ring in der Kreisstadt ein Keller unter Wasser.

Besonders schlimm erwischte es den Prenzlau Stadtpark und die Grabowstraße. Dort knickten Jahrzehnte alte Bäume wie Streichhölzer, fielen krachend auf Geh- und Radwege, blockieren die gesamte Grabowstraße, Radwege. "Es war, als würde ein Tornado über unsere Straße hinweg fegen", schildern Anwohner, denen es ebenfalls Ziegel von den Dächern riss.

Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr rasten von einem Einsatzort zum nächsten, um die Straßen von den gebrochenen Bäumen zu befreien. 

Die Gefahr ist noch nicht gebannt. Die Meteorologen warnen davor, dass es am Sonntag und in der ersten Wochenhälfte weitere lokal begrenzte Unwetter mit ihrer Zerstörungskraft geben kann.

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Kommentare (4)

Sind wir Menschen schon so urban-verblödet, dass wir beim Baumumfallen an was "Unfassbaren" denken? Natur gibt keine Warnung vorher raus:"Liebe Menschen, am Samstag tobe ich mich in Prenzlau aus." Was wäre denn gewesen, wenn es eine Vorwarnung gegeben hätte? Wären alle Bäume in Prenzlau zusätzlich angekettet worden? Hätte der eine Baum, der in die Mauer der Kreisverwaltung gerauscht ist, eine Instruktion erhalten, wenn er umkippt dann bitte in eine andere Richtung?

Die Natur sicherlich nicht, aber der Wetterbericht. Und der irrte in diesem konkreten Fall. Wenn es eine entsprechende Vorwarnung gegeben hätte, wäre der eine oder andere Prenzlauer vorsichtiger gewesen, hätte sich beispielsweise seinen Besuch im Seebad in diesen Stunden überlegt, auf Balkonen und Terrassen Gegenstände besser verstaut und Autos nicht gerade unter Bäumen geparkt. Von daher hatten die Kreisstädter "unfassbares" Glück, dass nach bisherigem Kenntnisstand niemand verletzt worden ist.

Ihr Einwand wegen Bad, Terrassen und Balkonen mag halbwegs richtig sein. Dies ist aber aus dem NK-Artikel nicht deutlich geworden, dass Prenzlauer darunter gelitten hätten. Es ging einzig um die umgefallenen Bäume. Vorwarnungen gab es wetterberichtstechnisch genügend, dass es punktuell in der Region zu Unwettern kommt. Wer allerdings eine Vorwarnung für eigenen Straßenzug braucht - um den Blumentopf auf dem Balkon in Sicherheit zu bringen - dem ist nicht zu helfen. Vorausschauend privat zu planen sollte in den Händen der Bürger bleiben. Das ist nicht zuviel verlangt.

der normale menschenverstand sagt uns, das bei solchen großwetterlagen alles möglich ist, so war es früher und so wird es auch später sein! Alles andere ist der dummheit einzelner geschuldet. lieber einmal warnen als einmal zu wenig aber was bringt es wenn dann andere herummeckern wenn nichts passiert ist - das ist merkelsche politik...