Seltener Fund:

Seeadler aus der Not gerettet

Den König der Lüfte sieht man nicht alle Tage. Das dachte auch Rico Krasemann und wollte ein Bild von einem Tier aufnehmen, das er neben einer Bahnlinie entdeckte. Doch es brauchte dringend Hilfe. Was war geschehen?

Vergebens versucht der Adler sich in die Luft zu erheben. Wenige Meter weiter können ihm Rico Krasemann und Torsten Blohm eine Decke überwerfen.
Monika Strehlow Vergebens versucht der Adler sich in die Luft zu erheben. Wenige Meter weiter können ihm Rico Krasemann und Torsten Blohm eine Decke überwerfen.

Das hat Rico Krasemann noch nicht erlebt. Auf einem Weg neben der Bahnlinie Berlin-Stralsund steht ein Seeadler vor seinem Auto. Der Mitarbeiter der Fahrwegdienste bei der Bahn AG traut seinen Augen nicht. Er zückt das Smartphone und bannt das scheue Tier aufs Bild. "Solche Tiere sieht man vielleicht mal im Zoo. Aber in freier Wildbahn?", schildert er. Doch mit dem König der Lüfte scheint etwas nicht zu stimmen. Er vermag sich nicht in die Höhe zu schwingen und bleibt am Wegesrand sitzen.

Rico Krasemann ruft sofort Hilfe. Die Rettungsleitstelle in Eberswalde alarmiert die Feuerwehren von Nechlin und Bandelow und informiert die untere Naturschutzbehörde im Landkreis Uckermark. Wenige Minuten später rücken die Retter an. Sie kreisen den Vogel ein und können ihn schließlich vorsichtig in eine Decke einwickeln.

Paul Sömmer, Leiter der Naturschutzstation Woblitz, wird den Seeadler aufpäppeln. Was dem äußerlich unverletzten Tier fehlt, kann derzeit nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. Das leicht unterernährte Weibchen - mit knapp 4700 Gramm fehlt ihm etwa ein Kilo am notwendigen Gewicht - müsste eigentlich noch von den Eltern gefüttert werden. Dafür spendieren sie Rico Kraseman ein großes Lob. "Er hat sich genau richtig verhalten, es hätte nicht besser laufen können", sagt Torsten Blohm.

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