Uneinsichtiger Kraftfahrer:

Senior sucht nach Parkplatz-Rempler das Weite

Ein Rentner fährt mit seinem Wagen rückwärts gegen ein anderes Auto. Er steigt auch aus und schaut sich das Malheur an. Doch dann begeht er einen folgenschweren Fehler.

Auf Parkplätzen geht es manchmal sehr eng zu. Beim Ausparken kann deshalb schnell ein Malheur passieren. Einfach Wegfahren kann dann ein juristisches Nachspiel haben.
Archiv Auf Parkplätzen geht es manchmal sehr eng zu. Beim Ausparken kann deshalb schnell ein Malheur passieren. Einfach Wegfahren kann dann ein juristisches Nachspiel haben.

Dass man beim rückwärts Ausparken gegen ein anderes Auto fährt, ist zwar ärgerlich, aber so etwas kann passieren. Wer dann aber einfach losfährt, der muss sich nicht wundern, wenn plötzlich die Polizei vor der Tür steht. So wie bei einem Rentner, den Zeugen genau bei einem solchen Malheur beobachtet hatten. Sie sahen auch, wie der Fahrer ausstieg und sich das Heckteil besah. Doch dann stieg er wieder ein und fuhr davon. Da hatten sich Beobachter allerdings schon das Kennzeichen notiert.

Es kam, was kommen musste: Eine Rekonstruktion des Geschehens von der Polizei am Unfallort erbrachte den Nachweis, dass die Anklage begründet war. Gegen den Rentner wurde daher ein Strafbefehl erlassen. Doch dagegen legte der Mann Einspruch ein und so kam der Fall vor Gericht.

Hatte er der Polizei gegenüber noch bestritten, dass die Schäden an seinem Pkw etwas mit dem Unfall zu tun hatten, sagte er vor Gericht aus, dass er keine Schäden an den Fahrzeugen habe feststellen können. Deshalb habe er die Fahrt fortgesetzt. Auch gab er an, dass er durch Tinnitus und Medikamente eingeschränkt sei. "Aber fahren darf ich“, betonte der Senior. Trotz der in der Verhandlung festgestellten Indizien wollte er von einer Rücknahme des Einspruchs nichts wissen.

Der Staatsanwalt fasste das Geschehen daher zusammen: „Der Unfall wurde durch die Rückwärtsfahrt des Angeklagten verursacht, Zeugen belegen das.“ Zwar habe der Angeklagte ein Geräusch wahrgenommen, es aber falsch zugeordnet und seine Fahrt fortgesetzt. Das ist Fahrerflucht mit einem erheblichen Sachschaden, so das Fazit des Staatsanwalts. 40 Tagessätze zu je 20 Euro Geldstrafe, lautete seine Forderung.

Auch das Gericht teilte diese Auffassung. „Nicht der Unfall ist strafbar, sondern das Verhalten danach“, hieß es in der Urteilsbegründung. Die Beeinträchtigung durch eine Krankheit sei nicht relevant. Auf ein zusätzliches Fahrverbot, wie im Strafbefehl ausgewiesen, wurde allerdings verzichtet.