Protest der Krankenhäuser:

Sie fordern Fairness für ihren Knochenjob

In Prenzlau gingen Mitarbeiter des Krankenhauses vor die Tür, um gegen Berliner Pläne zu protestieren. Die Belegschaft hat Angst, dass die Stellschrauben beim Personal weiter angezogen werden, wenn die Regierung die Klinikbudgets schrumpft.

Auch die Prenzlauer Krankenschwestern Sieglind Reiter, Katrin Krüger und Claudia Schulz (von links nach rechts) schlossen sich am Mittwoch den bundesweiten Protesten gegen den neuen Krankenhausplan an.
Claudia Marsal Auch die Prenzlauer Krankenschwestern Sieglind Reiter, Katrin Krüger und Claudia Schulz (von links nach rechts) schlossen sich am Mittwoch den bundesweiten Protesten gegen den neuen Krankenhausplan an.

"Wir machen einen Knochenjob. Und den machen wir gern“, sagt die Prenzlauer Krankenschwester Claudia Schulz. Nach 34 Jahren im Beruf weiß sie um Sorgen und Nöte. Es ist heute schon oft eng bei der Personalplanung. Nicht auszudenken, wenn die Stellschrauben abermals angezogen werden würden. „Das dürfen wir nicht zulassen“, bekräftigt ihre Kollegin Katrin Krüger, die seit 1986 in der Prenzlauer Klinik beschäftigt ist. „Nur unter vernünftigen Rahmenbedingungen können wir eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung der Krankenhäuser erreichen. Deshalb unterstützen wir die Kritik am Krankenhausstrukturgesetz“, hat GLG-Geschäftsführer Dr. Jörg Mocek vorab in einer Pressemitteilung erklärt und die über 3000 GLG-Mitarbeiter ausdrücklich ermuntert, ihre Mittagspause am Mittwoch aktiv zu nutzen und Luftballons aufsteigen zu lassen, deren Forderungszettel mit ein bisschen Glück bis Berlin gelangen und dort zur Kenntnis genommen werden.

Und nicht nur die Mitarbeiter der GLG haben am Mittwoch ihre Forderungen erklärt. Auch an den Patienten ging die Aktion nicht spurlos vorüber. Anita Gläsemann fährt im Rollstuhl vor die Tür, um der Presse in den Block zu diktieren, wie zufrieden sie mit der wohnortnahen Versorgung ist. „Wenn die Regierung die Krankenhäuser weiter beschneidet, dann werden noch mehr kleine Kliniken dichtgemacht“, befürchtet die Prenzlauerin.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!