Kunst am Unteruckersee:

Sind Prenzlauer der Woge gewogen?

 Über Wochen haben Leser des Uckermark Kurier gespannt die Geschichten über die Robben-Gruppe am Unteruckersee verfolgt.  Nun sind die Figuren gereinigt und komplettiert. Aber das weitere Schicksal der ebenfalls beliebten  "Großen Woge" in unmittelbarer Nachbarschaft ist ungewiss.

Die "Große Woge" des Bildhauers Volkmar Haase. Wird sie die Landesgartenschau in Prenzlau überdauern?
Oliver Spitza Die "Große Woge" des Bildhauers Volkmar Haase. Wird sie die Landesgartenschau in Prenzlau überdauern?

 Steinmetz Tino Götz setzte der größten Figur der Robben-Gruppe vor dem Prenzlauer Warmbad wieder einen Ball auf die Nasenspitze. Aus poliertem Granit. Und hoffentlich so gut befestigt, dass Vandalen die Kugel nicht gleich wieder runterstoßen und stehlen können.

Und noch mehr hat der Steinmetz getan. Er hat die Figuren im Auftrag der Stadt gereinigt und repariert. Doch bezahlt haben diese „gute Tat“ zwei Ärzte, die im Warmbad ihre Praxis: Der Internist Dr. Manfred Ehrlich und der Tierarzt Dr. Andreas Bockholdt. „Dafür unser großes Dankeschön“, freute sich Bürgermeister Hendrik Sommer. Und auch der Ball aus Granit wurde gesponsert. „Ich dachte: wenn schon, denn schon – die Robben sollten auch wieder eine Kugel bekommen“, sagt Tino Götz. Gesagt, getan – der Steinmetz zeigte sich großzügig und übernahm die Finanzierung der Granitkugel, die nun wieder auf der Robbennase balanciert wird.

Dank der Hilfe vieler Leser des Uckermark Kurier, des Stadtarchivs und des Geschichtsvereins konnte in den letzten Wochen das Rätsel der Robben-Gruppe gelöst werden. Die drei Figuren stehen seit Ende Mai 1987 vor dem Warmbad, der Bildhauer Hans Eickworth (1930-1995) aus Hohenleipisch hat sie geschaffen.

Viele Leser und LAGA-Besucher haben in den letzten Tagen zudem angefragt, was mit der Edelstahlskulptur in unmittelbarer Nachbarschaft der Robben geschehen wird. Diese 1991 entstandene „Große Woge“ des Berliner Bildhauers Volkmar Haase (1930-2012), der von 2003 bis zu seinem Tod auch im Brüssower Gutshaus gearbeitet und gewohnt hatte, steht als Leihgabe für die Zeit der Landesgartenschau am Ufer. Ingrid Haase hatte damit einen Wunsch ihres Mannes erfüllt. Nach der LAGA soll das Kunstwerk wieder in den Brüssower Gutspark zurückkehren, wo über 70 Haase-Skulpturen stehen. Was bedauerlich wäre, denn die „Große Woge“ passt wunderbar ans Uckerseeufer, die Prenzlauer haben sie in ihr Herz geschlossen. Die Stadt jedoch wird die 3,20 Meter hohe und 800 Kilogramm schwere „Woge“ nicht kaufen können. Vielleicht finden sich ja private Spender und Sponsoren sowie ein Verein, der den Ankauf des Kunstwerkes organisiert? 

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